• S.

    PROF. DR. FREUD         
    WIEN IX., BERGGASSE 19

    10. V. 1926.

    Lieber Herr Doktor!

    Ich bin jetzt damit beschäftigt, die 
    Geburtstagszuschriften zu beantworten, was 
    eine von vorneherein unlösbare Aufgabe ist. 
    Erlauben Sie mir daher, möglichst viel unter 
    einen Hut zu bringen, und Ihnen mit diesen 
    wenigen Zeilen für alle Briefe und Telegramme 
    und Nachrichten zu danken, die ich während 
    dieser Tage von Ihnen erhalten habe.  Ebenso 
    bitte ich Sie, den Herren von der Deutschen 
    Psychoanalytischen Gesellschaft, deren Vor-
    sitzender Sie sind und von der Poliklinik 
    meinen Dank für Ihre Kundgebungen auszusprechen. 
    Wir wissen beide Teile, dass es dessen nicht 
    bedurft hätte. Jeder ist des andern doch ohne 
    solche feierliche Aeusserung sicher. Aber ich 
    leugne nicht, man hört es doch bei einer be-
    sonderen Gelegenheit gerne.

    Die Nachrichten von Ihrem Festabend, die 
    mir eingeschickte Liste der Teilnehmer, haben 

  • S.

    mir sehr imponiert. Offenbar ist diese Veran-
    staltung zu Ihrer vollen Befriedigung ver-
    laufen.

    Mit herzlichsten Grüssen 
    Ihr
    Freud