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19. 3. 11
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19Lieber Herr Doktor
Ich bin sehr zufrieden, wieder etwas von Ihnen [zu] hören u zu erfahren, dass Sie mit Chef u Anstalt so zufrieden sind. Sonst weiss ich ja, dass Sie junger Ehemann sind u hoffe auch hier das Beste. Gewiss wäre es uns allen lieber, wenn Sie gerade zur Zeit, da Binswanger das Regiment in seiner Anstalt übernahm, frei gewesen wären.
In der Zwischenzeit, da Sie auf der Wanderschaft waren, sind einige Sonderabdrucke für Sie bei Seite gelegt worden, die Sie freilich schon aus den Journalen kennen. Soll ich sie Ihnen dennoch schicken?
Ihre Referate im Zentralblatt sind uns immer hochwillkommen. Leider ist das Referatenwesen dort sonst nicht gut bestellt.
Ich habe mich in Wien gegen Adler-Stekel wenden müssen, weil des ersteren Bethätigung direkt schadenbringend zu werden drohte, während
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der andere trotz seiner Begabung und seiner Leistungen eigentlich immer Anstoss erregt u unkorrigirbar bleibt. Die Aufregung war nicht sehr gross u ist jetzt vorüber, es war doch eigentlich mehr ein Sturm im Wasserglas. Aber ich weiss, dass Adler's Auftreten in der Literatur Furchen ziehen wird.
Da wir Sie jetzt in Zürich wissen, werden wir Sie gewiss von Wien aus mit Patienten in Anspruch nehmen. Federn arbeitet eben bei einer seiner Pat. daran. Es scheint mir aber wesentlich, dass die ψα Behandlung in den Anstalten nicht ohne eine materielle Gegenleistung von seiten des Pat. gegeben werde.
In der Erwartung bald wieder von Ihnen zu hören, mit
herzl. Gruss
Ihr
Freud
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