• S.

    2. 5. 11
    PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19

    Lieber Herr Doktor

    Sehr ungern beginne ich einen Brief:  Es thut mir leid, dass . . .  Es thut mir also leid, dass Kurt R. nicht bei Ihnen geblieben ist.  Das Naturheilärztliche der Anstalt hat wol die Begleiter abgeschreckt, wie es auch in dem aufliegenden Prospekt manchmal wirkt.  Es thut mir ferner leid, dass die franz. Übersetzg auf Schwierigkeiten stösst.  Vor wenigen Wochen hat ein Doktor Jankelevitsch in Bourges, der sich als vielfacher Übersetzer deutscher Autoren u langjähriges Redaktionsmitglied der Revue philosophique legitimirte, die Einwilligg zur Übersetzung der Sexualtheorie, des Alltagslebens u der Worcester Lectures bei mir geholt, die gleichzeitig erscheinen sollen.  Er hat durch die Revue Verbindungen mit H. [?] Alcan in Paris.

    Es wäre mir natürlich lieber, die Übersetzung würde unter Ihrer Kontrolle unternommen; jetzt kann ich aber nichts anderes thun, als nach einiger Zeit bei J. anfragen, wie die Sache steht, u ihm mit Ihrem Kollegen drohen, den ich darum noch warm zu halten bitte.

  • S.

    Oder wollen Sie direkt bei dem Mann anfragen? (16 bis Avenue de la Gare).

    Ein nächstes Mal haben wir wol wieder mehr Glück mit einander.

    Es grüsst Sie herzlich
    Ihr Freud