S.

Falzeder:

 

4 März 23

PROF. DR. FREUD         WIEN IX., BERGGASSE 19

 

Lieber Herr Doktor

 

Ich glaube, Ihr Patient soll dem Wiederholungszwang nicht nachgeben und die Kur fortsetzen.  Sein Traum zeigt, dass es sich bei ihm um Eifersucht handelt, die er von der Mutter auf Sie geschoben hat; er will der Einzige sein.  Da er es auch bei Ihnen nicht sein kann, will er nach altem Muster durch sein Weggehen Ihre Liebe erzwingen.  Natürlich macht er seine ubw Komplexe in der Projektion auf die Übertragung durch, benutzt also seine feminine Einstellg zum Vater als Widerstand.  Ich stelle mir vor, dass er von der Mutter vernachlässigt, eine Zeit lang beim Vater Anschluss gesucht hat, dies ohne Erfolg.

 

Die Heirat hat er wol aus ubw Schuldgefül geschlossen, um sich etwas gegen Sie vorwerfen zu können, womit er begründen kann, dass Sie ihn nicht mögen.

 

Dieser Abschnitt der Kur, Schuldgefül u Sträuben gegen die feminine Einstellg zum Vater, ist natürlich der schwierigste u wichtigste.  Ein Dauererfolg ist erst nach der Leistung dieser Arbeit möglich. Nicht ihn dem Daemon überlassen!

 

Mit herzlichem Gruss

Ihr Freud