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S.
Falzeder:
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19
12. II. 24.
Lieber Herr Doktor,
Am 4. Februar erhielt ich einen langen eingeschriebenen Brief von Dr. Benedicty, der keinen Zweifel über die Diagnose "querulierende Paranoia" lässt. Ich zitiere nur die eine Bemerkung, dass das Buch "Das Ich und das Es" auf Grund der Beobachtung seines Falles entstanden ist. Der Brief ist sonst ziemlich frech, aggressiv und ohne praktische Pointe. Ich halte es für notwendig, Sie von diesem Schritte Ihres früheren Patienten zu verständigen, hoffe aber, Sie werden sich die ganze Angelegenheit nicht sehr nahe gehen lassen. Vielleicht sollte man aus dieser Erfahrung die Warnung ziehen, einen Patienten nicht zu publizieren und ihn zu keiner Mithilfe heranzuziehen, ehe die Kur beendigt ist.
Es fragt sich übrigens noch, ob diese Einstellung des Patienten eine vorübergehende ist, also seiner Art entspricht, sich vom Arzte zu lösen, in welchem Falle das Ganze nicht viel zu bedeuten hätte. Es haben sich schon manche Patienten gesundgeschimpft. Oder aber Sie haben das Pech gehabt, auf einen latenten Paranoiker zu stossen und durch die Heilung seiner Neurose der schwereren Affektion den Weg frei zu machen. Das passiert jedem von uns gelegentlich und dagegen gibt es keinen Schutz.
Mit herzlichen Grüssen
Ihr
[signed:] Freud
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S.
Berggasse 19
Wien 1090
Austria
C43F24
- Schreibmaschine
- Zusatz in Freuds Hand