Die Zukunft einer Illusion1927-001/1927.01
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    aufgeführt, haben sich allein konsequent gezeigt. Der
    unvermeidliche Übergang vollzieht sich sonst
    über Halbheiten und Unaufrichtigkeiten.

       Von den Gebildeten und geistigen Arbeitern
    ist für die Kultur wenig zu befürchten. An
    die Die Ersetzung der religiösen Motive für
    kulturelles Benehmen durch andere, weltliche,
    würde bei ihnen geräuschlos vor sich gehen,
    überdies sind sie zum guten Teil selbst
    Kulturträger. Anders steht es um die große
    Masse der Ungebildeten, Unterdrückten,
    die allen Grund haben Feinde der Kultur
    zu sein. Solange sie nicht erfahren, daß man
    nicht mehr an Gott glaubt, ist es gut. Aber sie
    erfahren es, unfehlbar, auch wenn diese
    meine Schrift nicht veröffentlicht wird.
    Und sie sind bereit, die Resultate des
    wissenschaftlichen Denkens anzunehmen ohne
    daß sich in ihnen die Charakterveränderung ein-
    gestellt hätte, welche das wissenschaftliche Denken
    beim Menschen herbeiführt.
    Besteht
    da nicht die Gefahr, daß die Kulturfeindschaft
    dieser Massen sich auf den schwachen
    Punkt stürzen wird, den sie an ihrer
    Zwangsfrau erkannt haben? Wenn man
    seinen Nebenmenschen nur darum nicht
    erschlagen darf, weil der liebe Gott es
    verboten hat und es in diesem oder
    jenem Leben schwer ahnden wird, man
    erfährt aber, es giebt keinen lieben Gott,
    man braucht sich vor seiner Strafe nicht
    zu fürchten, dann erschlägt man ihn
    gewiß unbedenklich und kann nur
    durch irdische Gewalt davon abgehalten
    werden. Also entweder strengste Nieder-
    haltung dieser gefährlichen Massen, sorg-
    samste Absperrung von allen Gelegen-
    heiten zur geistigen Erweckung oder
    gründliche Revision der Beziehung
    zwischen Kultur und Religion.

    VIII.

       Man sollte meinen, daß der Ausführung
    dieses letzteren Vorschlags keine besonderen
    Schwierigkeiten im Wege stehen. Es ist
    richtig, daß man dann auf etwas verzichtet,
    aber man gewinnt vielleicht mehr
    und vermeidet eine große Gefahr.
    Aber man schreckt sich davor, als ob man
    dadurch die Kultur einer noch größeren
    Gefahr aussetzen würde. Als St. (heilige)
    Bonifacius den von den Sachsen als
    heilig verehrten Baum umhieb, erwar-
    teten die Umstehenden ein fürchterliches

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    Ereignis als Folge des Frevels, es so traf nicht ein
    und die Sachsen nahmen die Taufe an. 

       Wenn die Kultur das Gebot aufgestellt
    hat, den Nachbar nicht zu töten, den man
    haßt, der einem im Wege ist oder dessen
    Habe man begehrt, so geschah es offenbar im
    Interesse des menschlichen Zusammenlebens,
    das sonst undurchführbar wäre. Denn der
    Mörder würde die Rache der Angehörigen
    des Ermordeten auf sich ziehen und den
    dumpfen Neid der anderen, die ebensoviel
    innere Neigung zu solcher Gewalttat ver-
    spüren.

    Er würde sich also seines Raubes ner Rache oder seines Raubes
    nicht lange freuen, sondern hätte alle
    Aussicht, bald selbst erschlagen zu werden.
    Selbst wenn er sich durch außerordentliche
    Kraft und Vorsicht gegen den einzelnen
    Gegner schützen würde, müßte er einer
    Vereinigung von Schwächeren unterliegen.
    Käme eine solche Vereinigung nicht zu Stande,
    so würde sich das Morden endlos fortsetzen
    und das Ende wäre, daß die Menschen
    sich gegenseitig ausrotteten. Es wäre
    derselbe Zustand unter Einzelnen, der
    in Corsica noch unter Familien, sonst aber
    nur unter Nationen fortbesteht. Die für
    Alle gleiche Gefahr der Lebensunsicherheit
    einigt nun die Menschen zu einer
    Gesellschaft, welche dem Einzelnen das
    Töten verbietet und sich das Recht der
    gemeinsamen Tötung dessen vorbehält, der das Verbot
    übertritt. Dies ist dann
    Justiz und Strafe.

       Diese rationelle Begründung des Verbots zu
    morden teilen wir aber nicht mit, sondern
    wir behaupten, Gott habe das Verbot erlassen.
    Wir getrauen uns also seine Absichten zu erraten
    und finden, auch er will nicht, daß die Menschen
    einander ausrotten. Indem wir so verfahren,
    umkleiden wir das Kulturverbot mit
    einer ganz besonderen Feierlichkeit, riskieren
    aber dabei, daß wir dessen Befolgung
    von dem Glauben an Gott abhängig
    machen. Wenn wir diesen Schritt zurück-
    nehmen, unseren Willen nicht mehr
    Gott zuschieben und uns mit der sozialen
    Begründung begnügen, haben wir zwar
    auf jene Verklärung des Kulturverbots
    verzichtet, aber auch seine Gefährdung vermieden.
    Wir gewinnen aber auch etwas Anderes.
    Durch eine Art von Diffusion oder Infektion
    hat sich der Charakter der Heiligkeit,
    Unverletzlichkeit, der Jenseitigkeit möchte
    man sagen, von einigen wenigen

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    großen Verboten auf alle weiteren kulturell-
    en Einrichtungen Gesetze und Verordnungen
    ausgebreitet. Diesen steht aber der Heiligenschein
    oft schlecht zu Gesicht; nicht nur daß sie einander
    selbst entwerten, indem sie je nach Zeit
    und Örtlichkeit entgegengesetzte Entscheid-
    ungen treffen, sie tragen auch sonst alle
    Anzeichen menschlicher Unzulänglichkeit zur
    Schau. Man erkennt unter ihnen leicht
    was nur Produkt einer kurzsichtigen
    Ängstlichkeit, Äußerung engherziger
    Interessen sind oder Folgerung aus unzu-
    reichenden Voraussetzungen sein kann.
    Die Kritik, die man an ihnen üben muß,
    setzt in unerwünschtem Maße auch den
    Respekt vor anderen, besser gerechtfertigten
    Kulturforderungen herab. Da es eine
    mißliche Aufgabe ist, zu scheiden, was Gott
    selbst gefordert hat und was sich eher
    von der Autorität eines allvermögenden
    Parlaments oder eines hohen Magistrats
    ableitet, wäre es ein unzweifelhafter
    Vorteil, Gott überhaupt aus dem Spiele
    zu lassen und ehrlich den rein mensch-
    lichen Ursprung aller kulturellen
    Einrichtungen und Vorschriften einzu-
    gestehen. Mit der beanspruchten Heilig-
    keit würde auch die Starrheit und Un-
    wandelbarkeit dieser Gebote und Gesetze
    fallen. Die Menschen könnten verstehen,
    daß diese geschaffen sind, nicht so sehr um
    sie zu beherrschen, sondern vielmehr um
    ihren Interessen zu dienen, sie würden ein
    freundlicheres Verhältnis zu ihnen gewinnen,
    sich anstatt ihrer Abschaffung nur ihre Verbes-
    serung zum Ziel setzen. Dies wäre ein wichtiger
    Fortschritt auf dem Wege, der zur
    Versöhnung mit dem Druck der
    Kultur führt.

       Unser Plaidoyer für eine rein rationelle
    Begründung der Kulturvorschriften, also
    für ihre Zurückführung auf soziale
    Notwendigkeit, wird aber hier plötzlich
    durch ein Bedenken unterbrochen.
    Wir haben die Entstehung des Mordverbots
    zum Beispiel gewählt. Entspricht denn unsere
    Darstellung davon der historischen Wahrheit?
    Wir fürchten nein, sie scheint nur eine
    rationalistische Konstruktion zu sein.
    Wir haben grade dieses Stück menschlicher
    Kulturgeschichte mit Hilfe der Psycho-
    analyse studiert, und auf diese Bemühung

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    gestützt, müssen wir sagen, in Wirklichkeit war es
    anders. Rein vernünftige Motive richten
    noch beim heutigen Menschen wenig gegen
    leidenschaftliche Antriebe aus, um wieviel
    ohnmächtiger müssen sie bei jenem Menschen-
    thier der Urzeit gewesen sein. Vielleicht
    würden sich dessen Nachkommen noch heute
    hemmungslos einer den anderen erschlagen wenn
    unter jenen Mordtaten nicht eine
    gewesen wäre, der Totschlag des primitiven
    Vaters, die eine unwiderstehliche, folgen-
    schwere Gefühlsreaktion heraufbeschworen
    hatte. Von dieser stammt das Gebot: du
    sollst nicht töten, das erst im Totemismus
    auf den Vaterersatz beschränkt war, noch
    später auf andere ausgedehnt wurde und
    heute nicht ausnahmslos durchgeführt ist.
    Aber jener Urvater ist, nach Ausführungen
    die ich hier nicht zu wiederholen brauche,
    das Urbild Gottes gewesen, das
    Modell nach dem spätere Generationen
    die Gottesgestalt gebildet haben. Somit hat
    die religiöse Darstellung Recht, Gott war
    wirklich an der Entstehung jenes Verbots
    beteiligt, sein Einfluß, nicht die Einsicht
    in die soziale Notwendigkeit hat es
    geschaffen. Und die Verschiebung des
    menschlichen Willens auf Gott ist vollberechtigt,
    die Menschen wußten ja, daß sie den
    Vater gewalttätig beseitigt hatten und
    in der Reaktion auf ihre Freveltat setzten
    sie sich vor, seinen Willen fortan
    zu respektieren. Die religiöse Lehre
    teilt uns also die historische Wahrheit
    mit, freilich in einer gewissen Umformung
    und Verkleidung; unsere rationelle
    Darstellung verleugnet sie.

       Wir bemerken jetzt, daß der Schatz der relig-
    iösen Vorstellungen nicht allein Wunsch-
    erfüllungen enthält, sondern auch bedeut-
    same historische Reminiszenzen. Dies
    Zusammenwirken von Vergangenheit und
    Zukunft, welch unvergleichliche Machtfülle
    muß es der Religion verleihen!
    Aber vielleicht dämmert uns mit Hilfe
    einer Analogie auch schon eine andere
    Einsicht. Es ist nicht gut, Begriffe weit weg
    von dem Boden zu versetzen, auf dem
    sie erwachsen sind, aber wir müssen der
    Übereinstimmung Ausdruck geben. Über
    das Menschenkind wissen wir, daß es seine
    Entwicklung zur Kultur nicht gut durch-
    machen kann, ohne durch eine bald
    mehr bald minder deutliche Phase von

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    Neurose zu passieren. Das kommt daher, daß das Kind
    so viele der für später unbrauchbaren Trieb-
    ansprüche nicht durch rationelle Geistesarbeit
    unterdrücken kann, sondern durch Ver-
    drängungsakte bändigen muß, hinter denen
    in der Regel ein Angstmotiv steht. Die
    meisten dieser Kinderneurosen werden
    während des Wachstums spontan überwunden
    besonders die Zwangsneurosen der Kindheit
    haben dies Schicksal. Mit dem Rest soll
    auch noch später die psychoanalytische Behandlung
    aufräumen. In ganz ähnlicher Weise hätte
    man anzunehmen, daß die Menschheit als
    Ganzes in ihrer säkularen Entwicklung
    in Zustände gerät, welche den Neurosen
    analog sind, und zwar aus denselben
    Gründen, weil sie in den Zeiten ihrer
    Unwissenheit und intellektuellen Schwäche
    die für das menschliche Zusammenleben un-
    erläßlichen Triebverzichte nur durch affektive
    Kräfte zustande gebracht hat. Die Nieder-
    schläge der in der Vorzeit vorgefallenen
    verdrängungsähnlichen Vorgänge hafteten
    der Kultur dann noch lange an. Die Religion
    wäre die allgemein menschliche Zwangsneurose,
    wie die des Kindes stammte sie aus dem
    Oedipuskomplex, der Vaterbeziehung. Nach
    dieser Auffassung wäre vorauszusehen, daß
    sich die Abwendung von der Religion
    mit der schicksalsmäßigen Unerbittlichkeit
    eines Wachstumsvorganges vollziehen
    muß, und daß wir uns grade jetzt mitten
    in dieser Entwicklungsphase befinden.
    Unser Verhalten sollte sich dann nach dem
    Vorbild eines verständigen Erziehers
    richten, der sich einer bevorstehenden
    Neugestaltung nicht widersetzt, sondern sie
    zu fördern und die Gewaltsamkeit ihres
    Durchbruchs einzudämmen sucht.

       Das Wesen der Religion ist mit dieser
    Analogie nicht erschöpft. Bringt sie einer-
    seits Zwangseinschränkungen wie
    eine individuelle Zwangsneurose,
    so enthält sie anderseits ein System
    von Wunschillusionen mit Verleugnung
    der Wirklichkeit, wie wir es isoliert
    nur bei einer Amentia, einer glück-
    seligen halluzinatorischen Verworren-
    heit, finden. Es sind eben nur Ver-
    gleichungen, mit denen wir uns um
    das Verständnis des sozialen Phänomens
    bemühen, die Individualpsychologie
    giebt uns kein vollwertiges
    Stück dazu.

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    Es ist wiederholt darauf hingewiesen worden
    (von mir und besonders von Th. Reik), bis in
    welche Einzelheiten sich die Analogie der
    Religion mit einer Zwangsneurose verfolgen,
    wieviel von den Sonderheiten und den Schick-
    salen der Religionsbildung sich auf diesem
    Wege verstehen läßt. Es stimmt dazu auch gut,
    daß der Frommgläubige in hohem Grade
    gegen die Gefahr gewisser neurotischer Erkrank-
    ungen geschützt ist; die Annahme der
    allgemeine Neurose überhebt ihn der
    Aufgabe, eine persönliche Neurose auszubilden.

       Die Erkenntnis des historischen Werts
    gewisser religiöser Lehren steigert unseren
    Respekt vor ihnen, macht aber unseren
    Vorschlag, sie aus der Motivierung der
    kulturellen Vorschriften zurückzuziehen,
    nicht wertlos. Im Gegenteil! Mit Hilfe
    dieser historischen Reste hat sich uns die
    Auffassung der religiösen Lehrsätze als
    gleichsam neurotischer Relikte ergeben
    und nun dürfen wir sagen, es ist wahr-
    scheinlich an der Zeit, wie in der analyt-
    ischen Behandlung des Neurotikers die
    Erfolge der Verdrängung durch die Ergebnisse
    der rationellen Geistesarbeit zu ersetzen.
    Daß es bei dieser Umarbeitung nicht beim
    Verzicht auf die feierliche Verklärung
    der kulturellen Vorschriften bleiben
    wird, daß eine allgemeine Revision
    derselben für viele die Aufhebung
    zur Folge haben wird muß, ist vorauszusehen
    aber kaum zu bedauern. Die uns gestellte
    Aufgabe, der die Versöhnung der Menschen
    mit der Kultur ist wird auf diesem
    Wege weitgehend gelöst werden. Um den
    Verzicht auf die historische Wahrheit bei
    rationeller Motivierung der Kulturvor-
    schriften darf es uns nicht leid tun.
    Die Wahrheiten, welche die religiösen
    Lehren enthalten, sind doch so entstellt
    und systematisch verkleidet, daß die Masse
    der Menschen sie nicht als Wahrheit
    erkennen kann. Es ist ein ähnlicher
    Fall, wie wenn wir dem Kind erzählen,
    daß der Storch die Neugeborenen bringt.
    Auch damit sagen wir die Wahrheit in
    symbolischer Verhüllung, denn wir wissen
    was der große Vogel bedeutet. Aber
    das Kind greift es nicht, es hört nur den
    Anteil der Entstellung heraus, fühlt sich
    für betrogen, und wir wissen, wie oft

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    ein Mißtrauen gegen die Erwachsenen und seine
    Widersetzlichkeit grade an diesem Eindruck
    anknüpft. Wir sind zur Überzeugung gekommen,
    daß es besser ist, die Mitteilung solcher
    symbolischer Verschleierungen der Wahrheit
    zu unterlassen und dem Kind die
    Kenntnis der realen Verhältnisse in
    Anpassung an seine intellektuelle Stufe
    nicht zu versagen.

    IX

    „Sie gestatten sich Widersprüche die schwer mit-
    einander zu vereinbaren sind. Zuerst behaupten
    Sie, eine Schrift wie die Ihrige sei ganz
    ungefährlich. Niemand werde sich durch solche
    Erörterungen seinen religiösen Glauben rauben
    lassen. Da es aber doch Ihre Absicht ist, diesen
    Glauben zu stören, wie sich später herausstellt,
    darf man fragen: warum veröffent-
    lichen Sie sie eigentlich? An einer anderen
    Stelle geben Sie aber doch zu, daß es gefährlich
    ja sogar sehr gefährlich werden kann, wenn jemand
    erfährt, daß man nicht mehr an Gott glaubt.
    Er war bis dahin gefügig und nun wirft
    er den Gehorsam gegen die Kulturvor-
    schriften beiseite. Ihr ganzes Argument,
    daß die religiöse Motivierung der Kulturgebote
    eine Gefahr für die Kultur bedeute, ruht
    ja auf der Annahme, daß der Gläubige zum
    Ungläubigen gemacht werden kann, das
    ist doch ein voller Widerspruch.“

    „Ein anderer Widerspruch ist, wenn Sie einerseits
    zugeben, der Mensch sei durch Intelligenz
    nicht zu lenken, er werde durch seine Leiden-
    schaften und Triebansprüche beherrscht, andererseits
    aber den Vorschlag machen, die affek-
    tiven Grundlagen seines Kulturgehorsams
    durch rationelle zu ersetzen. Das verstehe
    wer kann. Mir scheint es, entweder das
    eine oder das andere.“

    „Übrigens haben Sie nichts aus der Geschichte
    gelernt? Ein solcher Versuch, die Religion
    durch die Vernunft abzulösen, zu lassen,
    ist ja schon einmal gemacht worden, offiziell
    und in großem Stil. Sie erinnern sich
    doch an die französische Revolution und
    Robespierre? Aber auch an die
    Kurzlebigkeit und klägliche Erfolglosigkeit
    des Experiments. Es wird jetzt in Rußland
    wiederholt, wir brauchen nicht neugierig
    zu sein, wie es ausgehen wird. Meinen
    Sie nicht, daß wir annehmen dürfen,
    der Mensch kann die Religion
    nicht entbehren?“