• S.

    [Briefkopf III Berlin] 8. 12. 13.

    Lieber Herr Professor,

    Welch große und unerwartete Freude haben Sie mir heute mit Ihrem Bilde gemacht! Die Reproduktion ist hervorragend schön; nur die späte Nachtstunde zwingt mich, Ihnen nur mit ein paar kurzen Worten zu danken! Zu meiner Freude ist gerade eine kleine Gegengabe fertig geworden, die ich Ihnen beifüge. Dieses Exemplar ist für Sie, Rank und Sachs bestimmt. An Ferenczi und Jones wird je eins versandt. Auf diese Weise können wir uns rasch über Änderungen einigen. Sollten Sie nur wenig zu ändern haben, so bitte ich, den Text direkt zu korrigieren und so zum Druck zu geben. Ferenczis Exemplar ist genau auf Schreibfehler korrigiert; das beifolgende Exemplar (nicht für den Druck bestimmt) nur im Groben lesbar gemacht. Ich habe viel Arbeit in diese unerfreuliche Kritik gesteckt, bereue sie aber nicht, weil ich erst dabei die ganze Sterilität der Jungschen »Schule« kennen gelernt habe. – Was ich vorsichtig stets als »unrichtige Darstellung« bezeichne, hätte einen anderen Namen verdient. 

  • S.

    Nun muß ich Sie, lieber Herr Professor, noch um Entschuldigung bitten, daß ich in einer kürzlich an Ferenczi gesandten Arbeit (Straßenangst) ein unbewußtes Plagiat an Ihnen begangen habe. Ich meine die Bemerkungen über Eisenbahnangst, die ich (bei der Lektüre der Drei Abhandlungen zum Zweck der Jung- Kritik) zu meinem Erstaunen bereits bei Ihnen vorfand. Ich werde bei der Korrektur die entsprechende Änderung vornehmen. Es ist möglich, daß ich am 28. nicht in Berlin bin. Wäre es Ihnen, lieber Herr Professor, eventuell auch recht, auf der Hin-reise in Berlin Aufenthalt zu nehmen? (Natürlich möchte ich das nur, wenn es Ihre Pläne in keiner Weise stört!) Eventuell wüßte ich noch einen andern Vorschlag. Noch herzlichen Dank für die Separata, die ich noch nicht gelesen habe, und viele Grüße von Haus zu Haus! Ihr ergebener Abraham