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Sils-Maria, Hotel Edelweiss, 20. 8. 25
Lieber Herr Professor,
Als Sie mir neulich wegen der amerikanischen Sache schrieben, beeilte ich mich, meine Zustimmung zu erklären, verschob aber das Schreiben im übrigen auf einen späteren Tag.
Es freut mich so sehr, fortgesetzt Gutes von Ihnen zu hören; auch Ferenczi hat Sie so wohl und frisch gefunden. Nur ist es mir schmerzlich, daß ich auf längere Zeit keine Möglichkeit sehe, mich auch selbst einmal davon zu überzeugen. Denn der letzte »Kück« auf den -
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Semmering ist nun schon ein Jahr verflossen.
Von mir kann ich zunehmend Gutes melden. Gestern hatte ich einen besonders guten Tag, bin mehrere Stunden – natürlich sehr langsam und mit Pausen – gegangen und dabei 400 Meter hinaufgestiegen. Gewiß ein günstiges Zeichen. Andre Tage lassen noch zu wünschen übrig, und vor allem die erste Stunde nach dem Aufstehen, die noch immer nicht frei von Husten und Atembeschwerden ist. Ich fühle noch ständig, eine wie schwächende Krankheit ich hinter mir habe. Ich hoffe zuversichtlich, daß die Engadiner Luft mir bis zum Ende -
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des Monats noch weiter helfen wird.
Der Aufenthalt in Sils sagt mir weit mehr zu als der anfängliche im Berner Oberland. Die ebenen Waldwege an den Ufern der Seen, die Nebentäler und Höhen sind von einer so reichen Abwechslung, wie ich sie nirgends gefunden habe. Meine Frau und ich spielen mit der Phantasie, uns hier ein Ferienhäuschen zu bauen. Aber dieser Traum wird wohl am Geldpunkt scheitern, zumal die Krankheitsmonate nicht gerade finanziell fördernd gewirkt haben.
Die Arbeit am Film schreitet gut fort. Sachs setzt sich ganz und mit viel Geschick ein, und ich suche das -
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Meinige ebenfalls zu tun. Trotzdem stimme ich Ihnen angesichts jener Reklamenotiz zu, daß man mit diesen Leuten gar nicht anfangen sollte. Wir sind durch unsre ganze Einstellung zur Sache von ihrem Standpunkt sehr weit entfernt. Aber eines werden Sie, lieber Herr Professor, mir zugeben: daß die Reklamenotiz weit harmloser ist als das, was in unserm eignen Kreise geschehen ist. Das Verhalten von Storfer ist wirklich nicht anders zu beurteilen, wie Sachs es – auch Ihnen gegenüber – getan hat. Mir scheint in dieser Sache nur ein Ausweg möglich: der Verlag muß jene Notiz widerrufen, meinetwegen,
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weil sie auf mangelhafter Information beruht habe, und es muß Gewähr gegeben sein, daß dieser Widerruf loyal an alle Stellen versandt wird, die die erste Notiz erhalten haben. Da vielleicht nicht alle Stellen zum Abdruck bereit sein werden, so muß der Verlag sich in den betreffenden Zeitschriften bereit erklären, die Kosten dieser zweiten Notiz zu tragen.
Wie wenig von unsrer Seite dem Verlag zu nahe getreten worden ist, geht ja am besten daraus hervor, daß ich bereits in meinem ersten Brief über die Film-Angelegenheit erwähnte, daß die
geplante erläuternde -
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Druckschrift eventuell sehr lukrativ für den Verlag sein könnte. Bei vernünftigem Verhalten wäre diese Einnahme dem Verlag auch jetzt noch zu sichern. Allerdings darf die Firma, mit der wir arbeiten, nicht mehr in solcher Weise brüskiert werden.
Dieser Brief erfordert keine Antwort. Was Sie in der letzteren Sache denken oder tun wollen, lieber Herr Professor, wollen Sie
bitte nur Sachs mitteilen, damit Ihnen doppelte Korrespondenz erspart bleibt.
Ich will mir Mühe geben, Ihrem Rat entsprechend mich auf dem Kongreß nicht zu sehr anzustrengen; aber ich wüßte auch gern, wie ich das erfolgreich durchführen soll.
Mit herzlichsten Grüßen für Sie und die Ihrigen
Ihr Abraham
Hotel Edelweiss
Sils-Maria, Engandin 7514
Switzerland
Villa Schüler
Semmering 2680
Austria
C15F8