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S.
[Briefkopf V Berlin] 21. 7. 21.
Lieber Herr Professor,
Soeben sind die Komitee-Briefe fertig. Das Wiener Exemplar wird Rank Ihnen zusenden, sodaß ich von hier nicht viel zu berichten brauche. Erwähnen will ich immerhin, bevor ich zum Zweck dieses Briefes übergehe, daß ein hiesiger Verlag eine Auswahl Ihrer Schriften ins Jiddische übersetzen will.
Ich komme heute mit der Bitte um eine Auskunft, die ich für ein Zitat brauche. Ich bin mit der Niederschrift eines kleinen Aufsatzes über Rettungsphantasien beschäftigt. Speziell bezieht er sich auf die Phantasie, in welcher der Neurotiker auf der Straße einen Wagen kommen sieht, in dem der Kaiser (oder sonst ein Vater-Vertreter) sitzt und dessen Pferde durchgehen; er fällt den Pferden in die Zügel und rettet so den Kaiser. – Ich meine, diese
spezielle Phantasie sei von Ihnen irgendwo erwähnt. In »Beiträge zur Psychologie des Liebeslebens I« finde ich aber nur die allgemeine Erwähnung der Errettung eines hohen Vatervertreters. Eitingon kann mir mit seiner nahezu unfehlbaren Literaturkenntnis auch nicht helfen. So bitte ich um einen Wink von Ihnen! Mir selbst ist obige Phantasie in verschiedenen Analysen begegnet, aber ich meine, sie doch zuerst von Ihnen kennen gelernt zu haben. Im voraus besten Dank! -
S.
Und zweitens: Könnten Sie schon jetzt ungefähr sagen, wann das Zusammentreffen im September stattfinden soll und wie lange es nach Ihrer Meinung dauern soll. Ich muß das möglichst früh wegen andrer Dispositionen wissen; natürlich genügt eine annähernde Angabe!
Ich hoffe, es geht Ihnen, lieber Herr Professor, dort recht gut und wünsche Ihnen vollkommene Erholung, sodaß wir Sie im September wieder so frisch wie voriges Jahr sehen.
Mit herzlichen Grüßen, auch von meiner Frau,
Ihr Abraham
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