S.

PROF. DR. FREUD
WIEN, IX., BERGGASSE 19.

2 Juni 1929

Dear Jones

Es thut mir wehr leid zu hören, wie 
viel schwere Arbeit Sie hinter isch 
haben, und ich weiss, dass Sie nichts 
daran übertreiben. Sie werden nicht 
erstaunt sein, nächstens einmal zu lesen, 
dass ich auf Ihre ausserordentliche Leist-
ungsfähigkeit und was wir ihr verdanken, 
auch öffentlich hingewiesen haben. 
Aber wenigstens haben Sie etwas erreicht, 
und der Punkt V des Berichts, den Sie 
Anna eingesendet habe, ist in seiner 
Praecision und Korrektheit unschwer 
als Ihr Werk zu erkennen. 

Am 15 Juni schliesse ich die Arbeit in 
Wien, am 17 oder 18 dürften wir in 
Berchtesg eintreffen. Ich werde Sie und 
Ihre liebe Frau also bald nach unserer 
Ankunft dort sehen, und wenn unser 
Haus noch nicht in Ordnung sein 
sollte und Ihnen keine richtige Gastfreund-
schaft geben kann, so wird die Wärme 
des Empfangs nicht darunter leiden. 

Natürlich bin ich aus sehr begierig, 
manches mit Ihnen zu besprechen, 
besonders Ihre Parteinahme für die 
Amerikaner in der Laienfrage, die 
ich bei Ihren sonstigen Ansichten nicht 
verstehe und die mir für den Fort-
bestand unserer I. p. V. sehr gefährlich 
scheint. Ich hoffe Sie zu überzeugen. 

Auf baldiges Wiedersehen 
also! Herzlichst ihr 
Freud