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S.
Kassa, 28. XII. 15.a
Lieber Herr Professor,
Ihnen und den Ihrigen die besten Wünsche zum neuen Jahre! Und die erste Frage, wie immer in diesen Zeiten: wie ist es in den letzten Monaten Ihren Jungens ergangen?
Sie selbst hoffentlich gesund und schaffensfreudig, Herr Professor.
Ich befinde mich nun seit mehr als sechs Wochen am hiesigen Garnisonspital (Nr. 20) als Leiter der psychiatrischen Beobachtungsabteilung und einer Art von ununterbrochen arbeitendem Konstatierungsapparat von Nervenkrankheiten, habe die erwünschte Aussicht, an mein früheres Reservespital in Igló zurückzukehren oder ins Feld hinaus zu kommen.
Meine Frau arbeitet auch hier sehr brav am Garnisonspitale mit. –
Von Abraham habe ich seit Mai keine Nachricht; ist Ferenczi noch immer bei den Pápaer Husaren? –
Was für ein Bild machen sich Herr Professor von der nächsten Phase des Krieges?b Mich erinnert er jetzt, vom Standpunkt unserer Mächte gesehen, an eine gute analytische Kur, die nach schönen Errungenschaften, vollem Erfolg doch eines Tages wie auf einen toten Punkt gekommen erscheint ...
Ich habe, wie ich es so oft getan, Herr Professor, schreibend an mich erinnert, um Nachricht von Ihnen zu erhalten.
Nochmals Gutes für Sie und die Ihrigen vom neuen Jahre erwünschend, bin ich mit meinen und meiner Frau herzlichsten Grüßen
Ihr ergebener
M. Eitingon
a Darüber von Freuds Hand: Garn Spit Nr 20, Abt arzt.
b MS: Punkt statt Fragezeichen.
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S.
Berggasse 19
Wien 1090
Austria
series: General Correspondence, 1871-1996 mss39990, box 24