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[Briefkopf III Berlin] 25. XI. 19

Lieber Herr Professor,

Durch Schmideberg und nun auch durch Frau Mathilde werden Sie ausführliche Grüße von uns und unsrem Leben erhalten haben. Es war uns eine große Freude, auch Ihre älteste Tochter kennen gelernt und liebgewonnen zu haben, meine Frau hat sich mit der feinen und klugen Art derselben sofort sehr befreundet. Sobald das Reisen nur ein wenig leichter geworden sein wird, suchen wir Ihre Kinder in Hamburg auf. –

Die Wiener Verhältnisse verfolgen wir mit schmerzlicher Spannung, es geht uns hier immerhin zu unverhältnismäßig besser, als daß nicht der Wunsch immer dringender würde zu wissen, daß man die vielen bösen Dinge dort doch ein klein wenig mildern, etwas weniger fühlbar machen könnte.

Neben phantastischer amerikanischer Valuta gibt es auch z. B. ganz lächerlich gute schwedische, die dazu noch etwas näher, benachbarter liegt. So befinden sich zum Zweck der Bekämpfung von Wiener Unbilden Ihrer nächsten Umgebung ab 24. Nov. d. J. in Stockholm zu Ihrer Verfügung ca. 3000.- schwedische Kronena, jedenfalls rund hundert t[ausend] österreichische Kronen, von denen Ihnen die Hälfte in den nächsten Tagen an den Wiener Bankverein überwiesen wird, während die andre Hälfte auf Ihre Dispositionen wartet. –

Unsere Poliklinik „marschiert“, der Wohnungskommissar hat uns die nötigen Lokalitäten für die nächsten Wochen fest zugesagt, und es hat ganz den Anschein, als würden wir sie auch bald erhalten.

Die wärmsten Grüße, lieber Herr Professor, Ihnen und den lieben Ihren von

Ihren herzlich ergebenen

Eitingons.

 

a MS: Kroner.