S.
Lieber Herr Doktor
Obwol ich gegenwärtig in einem Anfall von Schreibwut (an einer Leonardo Studie) bin, muss ich mich doch unterbrechen um Ihnen herzlichen Dank zu sagen für die Ausgestaltung meiner japanischen Ecke u die Zusendung des Buches, in dem ich wol die angestrichene Geschichte lesen soll. Ich verspreche sie zu lesen, sobald ich aus dem Anfall heraus bin, kann mir aber nicht erklären wie Sie den Onkel zur Herausgabe des japanischen Kunstblattes bewogen haben, denn ich würde es hicht hergeben; ich finde es zu hübsch. Ich weiss auch nicht womit ich Ihre Beschenkung verdient habe, aber ich nehme es leicht u hoffe es hat auch Ihenen irgendwie ein Vergnuegen gemacht.
Redlich hält sich noch immer, obwol in traurige Zuständen. Die Militärbefreiung wird durchgesetzt werden.
Ich gruesse Sie und Ihre liebe Frau herzlich, auch von den meinen
Ihr
Freud
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