S.

[Briefkopf III Berlin] 30. XI. 19.

Lieber Herr Professor,

Das von mir aus nicht unbegreiflichen äußerena Gründen im letzten Briefb etwas äsopisch1 Angekündigte wird Ihnen von der

                 Svensk-Rysk Export-Import

                 Representant för Moscow Fur Trading Co.

                 Stockholm, Norrlandsgatan 16

zugehen.

Für Ihre in Deutschland befindlichen Angehörigen, etwa Ernst, der in meiner Nähe sein wird, nehmen Sie bitte, lieber Herr Professor, unsere immerhin doch auch noch bessere Valuta in Anspruch. –

Was Sie von Freund berichten, hat mich frappiert, neigen nun auch die Wiener Diagnostiker zur Annahme, daß es sich doch um eine Metastase handelt, und wie ist F.s gegenwärtiges Befinden? Die Länge der Zeit, in welcher die Diagnose noch offen bleiben muß, ist doch bei den so gerechtfertigten Befürchtungen ganz auffallend.

Mit Bedauern hörten wir, daß Reik, dessen sehr feinec Arbeiten über d[as] Kolnidre und den Schofar2 ich mit wirklich brennendem Interesse las, seine Absicht, nach Berlin zu kommen, aufgegeben hat, freuen uns aber nun, [daß] als Ersatz für ihn Rank bei uns auf der Durchreise sein wird.

Diese Zeilen dürften ganz kurz vor Martins Heirat zu Ihnen kommen, unsere wärmsten Wünsche und Gedanken werden an jenem Tage bei Ihnen und den lieben Ihrigen sein, von Leipzig aus, wo am gleichen Tage mein Vater seinen 60. Geburtstag feiert.

Die herzlichsten Grüße von meiner Frau und mir

Ihrem M. Eitingon

 

a Nachträglich eingefügt.

b MS: Briefen.

c MS: feinen.