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    2. 3. 1932
    PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19

    Meine liebe Jeanne

    Ich bin gottsfroh über Ihre guten Nachrichten. (Als Interjektion ist Gott doch nicht zu entbehren).  Ich habe den Eindruck, es bedeutet eine entscheidende Wendung und etwaige Schwankungen werden nichts mehr verderben.  Wenn es so ist, brauchen Sie sich auch um Ihre Gefühle in der Zukunft keine Sorgen zu machen.

    Ich danke Ihnen für Ihre gewissenhafte Erledigung der Geldangelegenheiten.  Der Verlag hat Aussicht sich über die schwerste Zeit zu halten.  Martin, der sich sehr einsetzt, hat ein längeres Moratorium von seinen Gläubigern erhalten.  Natürlich kommt es darauf an, dass sich der Absatz in Deutschland hebt; geschieht das nicht, so müssen wir doch einmal zusperren, aber dann wenigstens auf ehrenvolle Weise.  Meine neuen Vorlesungen sind mir kein inneres Bedürfnis, sie sollen vor Allem dem Verlag zu Hilfe kommen.  Geheimnis über sie, Sie vergessen nicht.  Auch Eitingon weiss nichts davon.

    Die Redaktion der Imago will ich wirklich Wälder u Kris hier übergeben, aber erst nach Storfer's Abgang, der ein Redaktions-

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    zimmer frei macht.  Bei der Zeitsch. will ich nach Eitingon's Vorschlag warten, bis Radó's Absichten bekannt sind.  Gegen Fenichel habe ich eine schwer zu beschwichtigende Abneigung, auch wenn er sich von Reich abgewendet hat.

    Sie haben ganz recht gethan, die Horney zur Rechenschaft zu ziehen.  Sonderbar, dass auch Alexander so viel von ihr hält.  Er freut sich auf ihre Mitarbeit u hofft, sie bald von ihrer Opposition abzubringen.  Ich kenne sie nur als bösartig und intriguant [sic].

    Wir haben das Haus in Poetzl[einsdorf] wieder bekommen und hoffen schon in der zweiten Hälfte Mai zu übersiedeln.  Der Garten hat mir voriges Jahr sehr gut gethan.  Mit der Prothese zufrieden zu sein, habe ich keinen Grund, aber die Schuld ist diesmal mehr am infektiösen Katarrh, den ich gleichzeitig mit Anna bekommen habe u der bei mir sowenig zu Ende kommen will wie bei ihr.

    Übrigens soll wieder eine operative Korrektur an der Narbe notwendig sein, die nur des Katarrhs wegen aufgeschoben wurde, aber nächsten Montag gemacht werden soll.  Es soll nicht arg werden, meint Pichler.

    Mit herzlichen Grüssen für Sie Alle
    Ihr
    Freud