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S.
30. 7. 1932
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19Meine liebe Jeanne
Die Zeit Ihres Ortswechsels naht heran; ich freue mich, Sie, wenn auch nur für einige Tage, wieder zu sehen. Von Amtswegen soll ich Ihnen den Vorschlag machen, diese Zeit in unserem Gastzimmer zu verbringen, das -- sehr wahrscheinlich -- um den 15 Aug unbesetzt sein wird. Was Sie möglicher Weise abhalten kann, dies Angebot anzunehmen, konnte ich ja nicht erwähnen. Wenn Sie sich also getrauen, sind Sie willkommen; wenn Sie meinen, dass Sie damit Hans provozieren, so schicken Sie irgend eine Ausrede. Ich möchte gern für Sie positiv entscheiden, aber ich kenne die Situation bei Ihnen zu wenig.
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S.
Es ist eine Zeit peinlich gespannter Erwartung in mehr als einer Hinsicht, in kleinen wie in grossen Kreisen. Unterdes arbeiten wir beide. Auch ich bin wenigstens fleissig, unter vielen kleinen Beschwerden und Behandlungen. Unser Wetter scheint viel gnädiger gewesen zu sein als Ihres. Am 26st haben wir einen vollkommen schönen Halbtag in Hochroterd verbracht.
Mit herzlichem Gruss
Ihr Freud