• S.

    3. 7. 1932
    PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19
    XVIII Khevenhüllerg 6

    Liebe Jeanne

    Sachs war bei mir, wir waren in der günstigen Auffassung des jetzigen Zustandes einig.  Er meinte, Hans sollte durchaus die Analyse in diesen Sommerwochen fortsetzen u so meine auch ich.  Überzeugender als Sachs' Bericht war mir aber ein Brief von Hans selbst.  Durchaus vernünftig, gar nicht überschwänglich optimistisch, fast objektiv, als ob ihn ein anderer geschrieben hätte.  Wir müssen [sic], welche Nieveauschwankungen bei der Affektion möglich sind, aber über das jetzt Erreichte muss man sich freuen.  Zwischen uns bleibt es dabei, dass ich Ihnen zu Gebote stehe, wenn und wann Sie es brauchen.

    Wie richten Sie es in den Sommermonaten während Ihrer Abwesenheit mit meinen Subventionen ein? Und wieviel habe ich noch

  • S.

    bei Ihnen?  Oli kommt anfangs August nach Berlin zurück.  Die holländ. Zigarren sind noch immer das Beste für mich, aber ich kann nicht solche Mengen geschenkt nehmen.  Rechnen Sie doch vom Guthaben ab, auch Eitingon muss für seine Ausgaben in den Berchtesgadner entschädigt werden.

    Ich bin tief in den Vorlesungen, die mir nicht leicht werden, bin auch empfindlich gegen die vielen kleinen Störungen.  Dass ich so wenig zu thung habe, 2 Stunden, macht die Arbeit allein möglich.  Ich glaube, die Technik werden ich nicht behandeln, die Vorlesgen richten sich doch nicht an die Analytiker.  Ich sehe bisher 6-8 Titel.

    Mit der Prothese ist eine bessere Zeit, sonst will ich nicht zu anspruchsvoll sein.

    Ich wünsche Ihnen einen ungestörten Sommer an dem schönen Ort, den ich leider nicht zu sehen bekommen habe.  Wir waren in S. Martino u Karersee.

    Herzlichste Grüsse
    Ihr Freud