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S.
12. 4. 1932
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19Meine liebe Jeanne
Befriedigt durch Ihre in allem Wesentlichen guten Nachrichten. Ihre kleinen Schwankungen können sehr wol im normalen Ablauf begründet sein, Sie scheinen mir aber eher an Resterscheinungen der Neurose zu glauben; es wird sich zeigen. Auf den Bildern wird es mir immer schwerer, Jetti und Edith zu unterscheiden, was Ihnen doch noch gelingen dürfte.
Martin hat die Probleme des Verlags noch nicht ganz bewältigt, es wird aber ohne Zweifel bald geschehen sein. Storfer geht am 24 dM, nicht ohne bis zuletzt Unannehmlichkeiten zu machen. Über die Redaktion der Imago kann ich erst nach Storfer's Ausscheiden verfügen. Solange Radó noch schwankt, lässt sich bei der Zeitschr nichts machen. Mein Rundbrief an die Vereiniggen über die Hilfe für den Verlag wird heute vom Druck kommen; Sie und Hans erhalten ein gemeinsames Exemplar.
Wir gedenken am 15 Mai nach Poetzlsdf zu übersiedeln. Vielleicht lässt sich heuer ein Stück Frühling belauschen. Alle Wirkungen der letzten Operation sind nun vorüber, mit der Prothese komme ich halbwegs aus. Die Zwischenzeit bis zur nächsten Operation, an die ich glaube, möchte ich ruhig geniessen.
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S.
Eine unerquickliche Nachricht die auch Ihnen neu sein dürfte, kam von Berlin in einem Brief meiner Frau. Eitingon liegt zu Bett, kann den linken Arm nicht bewegen, ist auf mehrwöchentliche Ruhe gefasst. Die Frau spricht von Nikotinvergiftung, offenbar Vorwand. Was steckt da dahinter? Da sie die Erkrankung geheim halten, muss ich Sie bitten, nichts zu ihrer Verbreitung zu thun. Das Zusammentreffen mit dem finanziellen Niederbruch ist kaum zufällig, steigert die Bedenklichkeit der Lage. Zu den gesündesten scheint seine Konstitution ohne dies nicht zu gehören, weder in körperlicher noch in seelischer Hinsicht.
Wir warten jetzt darauf, was meine Frau vom Besuch bei Ihnen erzälen wird.
Mit herzlichen Grüssen
Ihr Freud