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8. 6. 1933
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19Meine liebe Jeanne
Die Pfingstzeit war von dem Nachruf für Ferenczi in Anspruch genommen, in keinem Sinn eine leichte Arbeit. Jetzt fühle ich nur noch die Leere, die vom Ganzen übrig geblieben ist.
Sonst ist wenig vorgefallen, ein interessanter Besuch von H. G. Wells, zu wenig Nachrichten von den Kindern in London u Paris, der Mund quält mich noch immer arg, Fo [Jo ?] u Tattoun sind reizend u recht schlimm, eine Sorge, wo sie im Herbst unterbringen. Alle Pläne von denen man hört, scheinen auf Sand gebaut, die Fremde ist nirgends gastlich. Von einem kulturellen Gewissen zeigt sich nichts, jeder geht auf kleine Profite.
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S.
Sachs habe ich kurz gesprochen. Ungünstiger Eindruck, das Vulgäre, was er immer gehabt hat, um soviel greifbarer. Wie ein nouveau riche, dick, selbstzufrieden, ungebildet, snobbisch entzückt von Amerika und beseeligt von seinen grossen Erfolgen dort. Anna hat Recht gehabt die Frage aufzuwerfen, was man den Leuten wünschen soll. Das Unglück thut ihnen nicht wol und den Erfolg vertragen sie nicht.
Vielleicht bemerken Sie, dass ich schlecht aufgelegt bin.
Herzlich
Ihr Freud