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S.
19.6.1925
Meine liebe Jeanne
Hoch erfreut! Ich darf sagen, wir sind es Alle ob der guten Nachricht. Es ist ja ganz der Ordnung, dass Ihnen dieser Wunsch so bald in Erfüllung geht. Sie hatten in jeder Woche ein Recht darauf. Und Sie wissen selbst, es ist kein Grund, eine Störung zu befürchten.
Aus den Anzeichen des inneren Sträubens gegen den neuen Zustand -- die ja bereits abgeklungen sind -- brauchen Sie sich keine narzisstische Kränkung zu machen. Gewiss ist das etwas Unbewusstes, aber wahrscheinlich etwas so tiefliegendes, dass man seiner nicht habhaft werden könnte, etwas das man beinahe organisch nennen kann, weil es ein vererbtes Sträuben, kein individuell erworbenes oder verstärktes bedeutet. Möglicherweise ist es doch der letzte Ausläufer der Unzufriedenheit aus dem Oedipuskomplex. Wir wissen darüber zu wenig.
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S.
Natürlich werden Sie beide sehr glückliche u närrische Eltern sein u hoffentlich Grund dazu haben. Die Schicksalsfrage, was es wird, soll sich ja heute längere Zeit vor dem Augenschein entscheiden lassen.
Ich weiss, dass Sie sich ein Haus im Grunewald bauen lassen. Wann soll es fertig werden? Wie schade, dass ich nicht mehr ans Reisen denke!
Ich komme also wirklich nicht nach Homburg, aber Anna wird dort sein. Meine Quälereien versprechen nachzulassen, es bleibt aber gewiss genug übrig, um das Bedürfnis nach Schonung zu rechtfertigen. Im Grunde verlange ich nicht mehr als nicht immer daran gemahnt zu werden.
Grüssen Sie mir den grossen Hans herzlich u nehmen Sie die wärmsten Wünsche für Ihr weiteres Wolbefinden von Ihrem
Freud
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Wien 1090
Österreich
C36F4