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27. 7. 1933
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19Liebe Jeanne
Der Krankenstand bessert sich bei uns, aber die Nachricht, dass Sie ihn vergrössern wollen, ist unleidlich. Es gehört wenig Medizin dazu, um bei Ihrer Beschreibung an Blinddarm zu denken; ich hoffe, Sie sind selbst so gescheit und achten darauf.
Ruth ist wieder wol, sie hatte Einrisse am Cervix u bekam eine Plastik. Mitte Aug. will sie nach Amerika, da ihr Vater sehr krank war. Um die gleiche Zeit erwarte ich Sie also. Vor der Gefahr für Hans abgesehen, bin ich sehr froh über die Lösung. Es wird sehr schön sein, Sie auch hier zu haben zur Vergrösserung der Familie. Nur eines
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sollen Sie auf sich nehmen. Verhüten, dass Hans sich an Anna anlehnt. Sie war so erschöpft, dass sie mir zum ersten Mal Sorgen machte. Ich habe darauf bestanden, dass sie sich jetzt im August von aller Arbeit und Verpflichtungen zurückzieht u für die Praxis gebe ich ihr das Beispiel.
Politisch hatte ich eine Rechtsdiktatur mit Dolf. [?] u ohne Nazis im Auge. Es ist noch immer zweifelhaft, ob es so gelingen wird. Und es wäre auch kein Idealzustand.
Zu Mama's Geburtstag sehr nette Briefe von den drei Jungen u ein trauriger von Lux. Für sie bedeutet die Auswanderung am meisten.
Herzliche Grüsse (und etwas klimatischer Neid)
von Ihrem Freud