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3. 3. 27
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19

Meine liebe Jeanne

Habe mich auch mit Ihrem ersten intellektuellen Kind sehr gefreut.  Es ist gut geraten. Hoffe, es folgen ihm andere.  Um bei dem zu bleiben: Ob Sie mit der Korrektur meiner Behauptung Recht haben, weiss ich natürlich nicht.  Es könnte aber leicht sein, klingt sehr plausibel.  Wenigstens in einer Reihe von Fällen, solchen die eine stärkere Anlage der Männlichkeit zeigen.  Vielleicht aber wirklich allgemein, wir brauchen noch viel Beobachtung, um die Frage zu entscheiden.  Jedenfalls ist Ihre Auffassung u Darstllung sehr berechtigt.

In einem Punkt könnten Sie den Text noch verbessern.  Durch eine scharfe Hervorhebung des Gegensatzes zu meiner damaligen Arbeit, dabei noch der sonstigen Übereinstimmungen.  Einige kleine Unebenheiten des deutschen Stils sollte Ihr Mann verbessern, um Radó Arbeit zu sparen.

- Auf Ihr Argument, dass der Knabe durch derzeitigen Verzicht sich die Möglichkeit für später rettet, möchte ich nicht zuviel Wert legen; es klingt zu vernünftig, darum unzeitgemäss.

Was soll jetzt mit Ihrem Mskpt geschehen?  Soll ich es Ihnen oder der Redaktion einschicken?

Herzliche Grüsse an Ihre Dreiheit!
Freud