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18. 2. 1932
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19Liebe Jeanne
Schreiben Sie nur unbedenklich, so oft es Ihnen Bedürfnis ist. Ich finde in Ihren Nachrichten nichts derzeit Bedrohliches, die Pause seit dem letzten Anfall war doch recht lang, u dass sich die Eifersucht auf mich so direkten Ausdruck schafft, vielleicht für den Aublauf unvermeidlich. Der Prozess, der begonnen hat, kann offenbar nicht unterbrochen werden, sondern muss zu seinem natürlichen Ende kommen. Unsere Hoffnung ist ja, dass er während dessen von der analytischen Kontrolle erfasst wird, so dass er ohne dauernde Schädigung vorübergeht.
Das Bedauerliche ist die Schädigung Ihrer Empfindungen für ihn, die sich bei gutem Ausgang wieder
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herstellen können.
Ich trage mich mit dem Plan, im Sommer "Neue Vorlesungen" als Ergänzung zur "Einführung" zu verfassen, die Gnade des Schicksals natürlich vorausgesetzt. Vielleicht werde ich für einige Kapitel Hilfe brauchen, Literatur, Vorschläge. Darf ich dabei auf Sie rechnen? Aber halten Sie die Sache vor Allen geheim. Hier wissen nur Anna u Martin darum.
Ihre Zigarren sind das Beste u Mildeste, das ich mir wünschen kann. Eitingon vernachlässigt jetzt leider die Versorgung, oder vielleicht sind die Reisegelegenheiten seltener. Irgend einmal können Sie mich auch wissen lassen, wie viel mein Gelddepot bei Ihnen noch beträgt.
Mit herzlichstem Gruss
Ihr Freud