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    2. XII. 1931
    PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19

    Meine liebe Jeanne

    Ich handle nach Ihrem Wunsch u halte Ihre Mitteilungen auch vor Anna geheim.  Aber ich fühle mich nicht berechtigt, so ungern es auch geschieht, vor Ihnen zu verheimlichen, dass mir diese Anfälle ernstliche Sorge machen u dass deren Intensität weit über das hinauszugehen scheinen was man der Neurose zutraut.  Kann mir denken u an mir selbst studiren wie energisch man sich gegen so abscheuliche Möglichkeiten sträubt, aber die Sorge um Sie hat die Oberhand.  Ich möchte, dass Sie in Ihrem Denken diesem Unheil

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    wenigstens ein bescheidenes Konto eröffnen und so zur Vorsicht u kühlem Mistrauen veranlasst werden, neben der Hoffnung und der Liebe.  Ich erwarte, dass Sie das zustande bringen, nicht jede Frau könnte es.

    Sie sollten auch Sachs wegen dieses "Symptoms" zur Rede stel¬len.  Endlich ist er doch kein Arzt und kann Psychotisches nicht aufspüren.  Positive Vorschläge habe ich nicht zu machen, verlasse mich hierin auf Sie.  Ob Sie aber nicht im Geheimen einen wirklich Kundigen in Ihr Vertrauen ziehen sollten?

    Geben Sie mir sehr bald Nachricht, ich bin unruhig.  Ist das nun (prae-)seniler Pessimismus?

    Mit herzlichen Wünschen
    Ihr Freud