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    26. 5. 1933
    PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19

    Meine liebe Jeanne

    Es war ganz so wie Sie schreiben.  Ein verworrenes Gefühl meinerseits der Erlösung, dass er dem schrecklichen Zerfall nun entzogen ist -- er konnte in den letzten Wochen nicht mehr stehen oder gehen und der Wahn war viel ärger gewesen, als wir gewusst hatten --, anderseits doch erst jetzt der Schmerz über den Verlust von allem, was er uns bedeutete, obwol er ja schon seit Jahren uns abgestorben war.  Aber die endgiltige brutale Tatsache hat ihre besondere Gewalt.

    Anna u Martin waren von uns aus beim Begräbnis, ausserdem Federn, die Deutsch, vielleicht noch andere.  Anna ist ganz erschüttert wiedergekommen.  Die Frau war

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    vollkommen klar, resignirt und ehrlich unglücklich.  Er soll ziemlich unerwartet an einer plötzlich auftretenden Atemlähmung erlegen sein.

    Jones hat sich aus der Ferne sehr freundlich benommen.

    -- Ein dunkler Schatten mehr in diesen trüben Zeiten.

    Von Meng, der gestern hier war, habe ich erfahren, dass Landauer in Stockholm bleiben kann.  "De Groene Amsterdamer" hat in zwei Nummern die Übersetzung von "Warum Krieg?" gebracht.  Wir danken Ihnen sehr für die Nachrichten über Lux' Besserungen und die Reisepläne unserer Kinder.  Ruth u Mark sind vorgestern zurück gekommen, die Prinzessin soll wirklich etwas vorhaben.  Ich grüsse Sie alle herzlich

    Freud