S.
Berlin, 13. X. 19
Lieber Herr Professor,
Durch Abraham erfuhr ich gestern von meiner Wahl in jenes stille, engere psychoanalytische Aktionskomitee,1 die mich sehr ehrt und außerordentlich freut, scheint sie doch dem Drange, die Anhänglichkeit an Ihre Person und unsre Sache aktiver zu gestalten, die verschiedensten Möglichkeiten zu eröffnen.
Wir besprachen mit Abraham2 auch gleich die Frage des Ortes des nächsten Kongresses, kamen zum Schlusse, daß Berlin selbst jetzt ein recht geeigneter Ort sei, Abraham wird nun seine diesbezüglichen Vorschläge modifizieren.3 –
Von A. erfuhr ich auch von der bevorstehenden Verlobung Martins, ich wünsche ihm viel Glück, Ihnen und Frau Professor, recht viel Freude daran zu haben.
Heute früh hat Frl. Bernays uns telephonisch Grüße von Ihnen übermittelt, wir hoffen Ihre Schwägerin schon in den allernächsten Tagen bei uns zu sehen und dann Ausführlicheres über Sie zu hören. Ernst hat sich für kommenden Sonnabend bei uns angemeldet.
Die wärmsten Grüße, lieber Herr Professor, Ihnen und den lieben Ihrigen von meiner Frau und mir
Ihr ergebenster
M. Eitingon.
P. S. Ich wollte wiederholt schon fragen, welche die näheren Umstände der Verleihung der ordentlichen Professur waren resp. ob ein Lehrauftrag mit ihr verbunden war.4