• S.

    Berlin, am 16. I. 24

    Liebe Freunde!

    Da Abraham mit Arbeit überlastet ist, 
    schreibe ich (Sachs) diesmal den Rundbrief;  
    die Redaktion der Antwort nach Wien hat dies-
    mal Eitingon übernommen, sie liegt deshalb auf  
    einem besonderen Blatte bei.  

    Gestern fand unsere Generalversammlung statt 
    und nahm einen glatten und ruhigen Verlauf. Vorstand 
    und Unterrichtsausschuß wurden wiedergewählt, das Vereins-
    defizit durch eine Umlage von 6 M[ark] auf die Berliner Mitglie-
    der behoben und der Mitgliedsbeitrag auf 10 M. festge­setzt.  

    Von der Poliklinik wurde bekanntgegeben, daß im letzten 
    Jahr 80 Analy­sen durchgeführt wurden. Außerdem 
    zum Stab der Pol[iklinik] gehörigen Ärzten arbeiten dzt. dort unter 
    Kontrolle 12 in mehr oder weniger fortge­schrittenen Stadien der  
    Ausbildung begriffene Lern-Analytiker, deren Zahl demnächst  
    auf 15 steigen wird.  

    Sonnabend hält Landauer aus Frankfurt/M.  
    bei uns einen Vortrag.  

    ad London und Budapest haben wir diesmal nichts  
    zu bemerken.  

    Mit besten Grüßen  
    Sachs   Abraham
     

  • S.

    Liebe Freunde!

    Da meine Facialisparese, eine langsame Besserungstendenz zeigend, mich noch  
    immer am Sprechen und somit auch an der Arbeit hindert, unterbreche ich le-  
    tzt­ere für einige Zeit wieder und begebe mich in den nächsten Tagen nach  
    San Remo. Sobald ich meine dortige Adresse wissen werde, werde ich sie Euch  
    bekannt geben. Mit den besten Grüßen und Wünschen für Eure Arbeit  

    Euer  
    Max Eitingon