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[Briefkopf Wien] 3. 2. 20.
Lieber Freund
Ich bin noch nicht sehr schreibfähig, will es aber nicht länger aufschieben, Ihnen, Ihrer lieben Frau und allen Mitgliedern der Ortsgruppe für Ihr herzliches Beileidtelegramm zu danken. Meiner Frau, die sehr erschüttert ist, haben alle diese Zeichen von Teilnahme doch wohlgetan.
Unsere Arbeit geht indes unter Schwierigkeiten, die sich immer mehr steigern, weiter. Nun droht uns der Papiermangel.
Nächstens werden Sie ein Rundschreiben über das Referatenwesen erhalten, in -
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dem Sie wegen der Errichtung einer Zentralstelle bei der Redaktion in Wien um Entschuldigung gebeten werden sollten. Die Postverbindung zwischen Wien und Berlin ist gegenwärtig so schlecht, daß wir uns zu dieser Vereinfachung entschließen mußten. Ich hoffe, es bleibt für Sie genug zu tun übrig.
Wie stehen Ihre Aussichten auf die Professur?
Mit herzlichem Gruß
Ihr Freud
Berggasse 19
Wien 1090
Oostenryk
Schleinitzstraße 6
Berlin – Grunewald 14193
Duitsland
C15F2