• S.

    [Briefkopf Wien] Semmering, 21. 9. 24

    Lieber Freund
    Ich danke Ihnen dafür, daß Sie Ihr Versprechen so gewissenhaft erfüllen. Aber worin wären Sie nicht gewissenhaft?
    Von hier ist wenig zu berichten. Ich warte gespannt auf die Rückkehr von Rank, der wahrscheinlich nicht vor dem Ende des nächsten Monats in Wien sein wird. Mit Ferenczi korrespondierte ich fleißig und möchte, daß auch Sie den Kontakt mit ihm nicht verlieren. Sein Benehmen in der »Affaire« war schwankend, er kommt jetzt von seiner Parteinahme für R. zurück.
    Selbst gedenke ich in einer Woche den Aufenthalt hier abzubrechen. Nicht ohne großes Bedauern, die letzten Tage waren herrlich schön. Ich, d.h. meine Prothese, ist wieder in Behandlung, um sich den veränderten Verhältnissen anzupassen.

  • S.

    Es ist eine starke Zumutung an die Einheit der Person, daß ich mich mit dem Autor der Arbeit über die Spinalganglien von Petromyzon identisch fühlen soll. Indes, es dürfte doch so sein, und ich glaube, ich war über diesen Fund glücklicher als seither über andere.
    Im Herbst werde ich die Leitung der Wiener Gruppe niederlegen müssen, denn ich bin abends zu müde, einer mehrstündigen Sitzung zu folgen, und mein Gehör orientiert mich nur von einer Seite. Ich weiß noch nicht, was die Gruppe tun wird.
    Meine besten Wünsche für die deutsche Zusammenkunft! Mit herzlichem Gruß für Sie und Ihr Haus
    Ihr Freud