S.

[Briefkopf Wien] Semmering, 31. VII. 24.

Lieber Freund,
Schön zu hören, daß Sie Sils-Maria so gründlich genießen können. Es fällt mir nicht ein, Ihren Besuch abzusagen, wenn Sie das Stückchen Reise mehr nicht scheuen. Ich ruhe mich hier gut aus, bin nicht mehr so zurückgezogen und freue mich ungemein darauf, Sie wiederzusehen. Ihr Manuskript habe ich mit dem verdienten Interesse gelesen. Verzeihen Sie eine kleine Anmerkung von sekundärer Bedeutung. Sie belasten Adler mit der Verantwortlichkeit für den Zusammenhang von Ehrgeiz und Urethralerotik. Nun, ich habe immer geglaubt, daß das mein Fund ist. Also auf Wiedersehen!
Mit herzlichen Grüßen für Sie, Frau und Kinder
Ihr Freud