• S.

    Reichenau 13. 8. 93.

    Liebster Freund

    Eigentlich hätte ich zur Zeit da d
    ie er Brief ankom̄t, schon
    bei Dir sein wollen u zwar
    mit meiner Frau. Da kam
    eine – häusliche Katastrophe, Palast-
    revolution, Köchin u Am̄e mußten
    plötzlich wegejagt werden u darum
    kan̄ meine Frau nicht mit. Ich
    selbst muß aber auch warten, bis
    Ruhe eingekehrt ist und es
    liegt mir darum näher, meine
    Reise zu Dir auf die zweite
    Hälfte der Ferien zu ver-
    schieben. Sei also so gut

     

     

  • S.

    [2]

    u laß mich jetzt wissen, wie lange
    Du zu bliben gedenkst u
    welches Deine nächsten Stationen
    sind. Käme ich nach Csorba
    zu spät, so würde ich Dich
    eben woanders treffen,
    den̄ das Jahr wäre arg
    unvollständig, in dem ich nicht
    2mal das Vergnügen gehabt
    hätte, alles mir Wichige mit
    Dir zu besprechen.

    Deinen Papa habe ich im
    Riedhof gesehen u mich seiner
    Frische wieder sehr gefreut.
    Ich erin̄ere ich, daß er ja
    eben bei Dir ist oder war.

     

  • S.

    Mit herzl Gruß von Haus
    zu Haus u wärmstem Dank
    an Deine liebe Frau für
    die schöne Anregung

    Dein getreuer Sigm Freud

    Deiner Mama wir beide
    unseren schönsten Gruß.