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S.
Wien, IX., Berggasse 19
1. 3. 08Sehr geehrter Herr College
Meine Tochter ist gestern zu ihrer Erholung nach Meran abgereist. Alle anderen sind wieder in Ordnung.
Ihr Plan hat mich sehr interessiert. Ich werde die Arbeit mit hohem Interesse erwarten und als fünftes Heft erscheinen lassen. Die vierte in der Reihe behandelt ein ähnliches Thema, den Mythus von der Geburt des Helden (Cyrus, Romulus, Moses etc.), der ganz psychologisch gedeutet wird. Autor ist unser junger Sekretär Herr Otto Rank, ein wenig wird auch von mir dabei sein. Ich meine aber, Sie müßten sich mit der astralen Bedeutung der Mythen auseinandersetzen, die man heute seit den Aufdeckungen von Winckler (Jeremias, Stucken) über das altorientalische Weltsystem nicht mehr bei Seite lassen kann. Wir
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fanden dieselbe Aufgabe vor uns. Ich meine, es ist daneben Raum für eine psychologische Erklärung, denn schließlich haben die Alten doch nur ihre Phantasien an den Himmel projiziert.
Die Analerotik, die ich täglich erwarte, wird freilich nicht viel werbende Kraft äußern, darin haben Sie recht. Aber wenn wir nur der Sache sicher Herr werden. Um das Nachkommen der anderen ist mir nicht bange, ob es nun doch in meine Lebenszeit fallen wird oder nicht. In Salzburg werden wir einander doch bestärken; das bleibt die Hauptsache.
Ich hoffe, Ihre Praxis geht vorwärts und liefert Ihnen das Beobachtungsmaterial, von dem die dringenden Mahnungen ausgehen.
Mit herzlichem Gruß
Ihr Freud
PS: Ihre beiden Träume, durch die Mitwirkung des Ubw verlegt, haben sich gefunden und werden Sie wieder erreichen.
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