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    2. Nov. 13
    PROF. DR. FREUD        WIEN, IX. BERGGASSE 19.

    Lieber Freund
    Zwei Anfragen:
    Die gekränkte Unschuld markierend hat
    Jung die Redaktion des Jahrbuches
    niedergelegt, wahrscheinlich, um es dann
    allein zu leiten, nachdem er die Heraus-
    geber los geworden ist. Unsere Freunde
    hier sind einstimmig der Meinung, daß
    wir diese Position nicht räumen sollen,
    u ich bin bereit, das Jahrbuch zu halten,
    wenn Sie die Redaktion übernehmen
    wollen. Hitschmann kann Ihnen als
    Helfer, speziell für alle Verhandlungen
    u Arbeiten in Wien, beigegeben werden.
    Das Jahrbuch sollte dann im Umfang
    reduziert werden, auf 15-18 Bogen, nur
    einmal jährlich erscheinen, seinen Titel
    vereinfachen, alle langweiligen Laborat-
    oriumsarbeiten ablehnen u ein wirkliches
    Jahrbuch der ψA werden, d.h. nebst einigen
    ausgewählten Originalien kritische
    Literaturberichte, Übersicht über die

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    Fortschritte auf den einzelnen Gebieten
    u Darstellung der Geschehnisse in der
    ψa Bewegung enthalten. Es würde so
    zu einem unentbehrlichen Werkzeug
    jedes an der ψA Interessierten werden.
    Ich bitte Sie also um Ihre Äußerung, ob
    Sie annehmen.
    2.) Wir meinen, es ist an der Zeit, jetzt an
    die Lösung jeder Verbindung mit Zürich
    zu denken, also den Inter. V. f. ψA zur
    Auflösung zu bringen. Als bester Weg
    dazu schwebt uns vor, einen Antrag
    auf Auflösung bei der Zentrale einzu-
    bringen, der von den 3 Gruppen Wien,
    Berlin und Budapest unterzeichnet ist. Gibt
    Jung dem keine Folge, so bleibt der
    Austritt dieser Gruppen, die sich
    dann sofort zu einer neuen Organisation
    zusammenschließen können. Wir wollen
    den Austritt nicht in erster Linie
    anstreben, weil wir denen so wieder
    eine Position überlassen und Jung
    dann Präsident bleibt. Ebenso ist
    die neue Organisation im Falle

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    des Austritts mit der Nötigung behaftet,
    mich zum Vorsitzenden zu wählen, damit
    der Falschmeldung der Züricher ein
    Ende gemacht werde.
    Wir bitten Sie also um Äußerung, wie
    Sie sich zur Angelegenheit verhalten,
    wie zur Frage der Eingabe an die
    Zentrale u zur Neugründung, u hoffen,
    daß Sie Ihre Gruppe voll kommandieren
    können.
    Die Sache eilt. Wir haben uns bereits mit
    Jones in Verbindung gesetzt, um die
    Chancen in Amerika zu erkunden.
    Bitte die Aktion vorläufig geheim
    zu halten.
    Mit herzlichem Gruß
    in Eile Ihr getreuer
    Freud