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S.
Marienbad
PROF. DR. FREUD WIEN, IX. BERGGASSE 19.
31. 7. 13Lieber Freund
Heute früh kam eine Mahnung von
Jung, einen Vortrag anzukündigen
gleichzeitig mit einigen Beschwerden
über Mißverständnisse und einigen
überlegenen Belehrungen, die mir
nicht eingehen. Ich kann angesichts dieser
ewigen Mißverständnisse nur be-
dauern, daß die Gabe, sich verständlich
zu machen, den Zürichern abhanden
gekommen ist.
Heute nachmittags Ihr Brief, aus dem
ich ersehe, wie sehr Sie wünschen, daß
ich nicht durch Abstinenz demonstriere.
Diese Wiederholung der von Eitingon
überbrachten Aufforderung war für
mich entscheidend, trotz der ungünstigen
Redeeinrichtungen auf dem Kongreß.
Ich werde also eine kurze Mitteilung
machen zum Problem der Neurosen-
wahl. Sie werden sehen, daß ich die
Diskussion, die ich vermeiden will,
doch nicht fürchte. -
S.
Es ist uns ein angenehmer Gedanke,
daß Sie jetzt auch unser schönes Noord-
wijk genießen. Die Sonnenuntergänge
waren vor allem herrlich. Wind und
Dünen mochte ich nicht. Die kleinen
Städte sind entzückend. Delft ist ein
Juwelchen. Eine ägyptische Sammlung wie
im Museum von Leiden kann man
lange suchen. Auch die attischen Grabstelen
sind hervorragend schön.
Ich hoffe, daß sich Ihre Frau u Kinder
dort sehr erholen werden.
Vergessen Sie nicht, daß Sie zugesagt
haben, am 1. Aug in S. Martina di
Castrozza zu sein. Zeigen Sie mir an,
wann ich Ihnen im Hotel des Alpes
Zimmer bestellen kann.
Herzliche Grüße
Ihr Freud
Panská 370
Mariánské Lázně 35301
Czechia
Rankestraße 24
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C14F26