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S.
[Briefkopf Wien] B[ad] Gastein, 24. 7. 21.
Lieber Freund
Sie haben recht, diese Phantasie ist von mir, wenn sie auch nur auf eine Imago, einen hohen Herrn, nicht auf Vater oder Kaiser geht. Aber wo steht sie? Schwer hier zu finden, da ich nicht mit meinen sämtlichen Werken reise. Ich glaube aber, Sie werden ihr im Alltagsleben unter den Irrtümern begegnen, wo erklärt werden soll, warum ich den Tagträumer im Nabab Mr. Jocelyn heiße, der eigentlich Joyeuse heißt. Wenn nicht dort, so wird doch dieser Hinweis Ihre oder Eitingons Erinnerung zum richtigen Ort lenken. (Traumdeutung?) -
S.
Es wird Sie übrigens interessieren, daß mir vor einigen Monaten eine junge Studentin ein Hofmann-Büchel einschickte, in dem eine solche Rettung erzählt wird, und das kraft wörtlicher Übereinstimmung die kryptomnestische Quelle meiner Pariser Phantasie gewesen sein muß. Sie kennen doch diese Perlen einer Schülerbibliothek im Gymnasium? Natürlich habe ich viele dieser Bändchen gelesen und vergessen, denn immer, wenn man um ein ernsthaftes Buch großtuerisch einreichte, wurde man durch solch ein Hofmann-Büchel, deren es ungezählte gab, in seine Kindheit zurückgewiesen.
Ich genieße hier Ruhe und Faulheit und grüße Sie herzlich
Ihr Freud
Reitlstraße 20
Villa Wassing
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