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S.
Karlsbad 18. 7. 14
PROF. DR. FREUD WIEN, IX. BERGGASSE 19.
V. FasoltLieber Freund
Ich kann ein Hurrah nicht unterdrücken.
So sind wir sie also los geworden! Ihr Ent-
rüstungsmanifest drucken wir im nächsten
Korrespblatt ab, in dem Sie sich, hoffentlich als
definit. Präsident, über die Sache äußern
werden.
Ich lege zwei Briefe bei, eine Äußerg von
Putnam u auch einen Brief von Maeder,
der wie der an Sie unbeantwortet bleibt.
Die Zeitsch wird sich freuen, nebst Maeder
auch Riklin, Seif u die anderen abzustoßen.
Meine Bombe hat also gut gewirkt. Es ist aber
recht, daß Ihr Zirkular bereits angelangt
ist. Wir werden also wieder einen guten
Kongreß haben.
In der Sache Aug. Sept. haben Sie sicherlich
recht, nur die eine der beiden streitenden
Parteien dürfte unrichtig bestimmt sein.
Der Angst, gestört zu werden, steht nicht
die Angst gegenüber, Sie zu beleidigen, sondern
die Neigung mit Ihnen zu plaudern anstatt
die schwere Arbeit zu tun. Nun kommen
Sie, wann Sie wollen. Ich muß sehen, wie
ich es mit der Arbeit einrichte.
Weiß ja auch gar nicht, ob ich arbeitslustig -
S.
sein werde. Erschwert wurde mir die Absage
an Sie noch durch den Umstand, daß ich
Ihnen ursprünglich proponiert hatte, den
ganzen Sommer miteinander zu ver-
bringen, als ich noch nicht an die Ferien-
arbeit dachte. Das späte Zusammentreffen
bezieht sich auf ein Projekt, anfangs Sept
meiner Frau den Lago Maggiore zu zeigen.
Ich bin gewarnt, Ihnen in der Beurteil-
ung von Personen zu leicht zu widersprechen.
So also auch mit Pfister. Aber nach dem
Brief mußte man ihn doch zunächst an-
nehmen. Die Echnatonarbeit hat er mir
- vorsichtigerweise – nicht wie alles andere
zugeschickt. So vereint sich Klugheit mit
Heiligkeit.
Fürchten Sie sich nicht, meine Kur
noch öfter zu stören. Solche Nachrichten
wirken gut.
Herzliche Grüße und Dank
Ihr Freud
2 Circulanda
Eben kündigt mir F. Alcan ein Buch
von Régis u Hesnard über ψA an.
Villa Fasolt / Villa Schlossberg
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