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In Eile 13. 2. 11
PROF. DR. FREUD WIEN, IX. BERGGASSE 19.Lieber Freund
Ich antworte Ihnen postwendend wegen der auf Fließ bezüglichen Stelle und bin so frei, Ihnen meinen Rat auch ungebeten anzutragen, d. h., Ihnen meine Stellung dazu anzugeben. Ich sehe nicht ein, warum Sie ihn nicht besuchen sollten. Sie werden erstens einen hochbedeutenden, ja faszinierenden Menschen kennen lernen, andererseits vielleicht Anlaß bekommen, dem Stück Wahrheit, das sicherlich in der Periodenlehre enthalten ist, wissenschaftlich näher zu kommen, eine Möglichkeit, die mir aus persönlichen Motiven versagt ist. Er wird nun gewiß versuchen, Sie von der Psychoanalyse (und wie er meint, von mir) abzuziehen und in sein Fahrwasser zu lenken. Aber ich bin sicher, daß Sie uns beide nicht an ihn verraten werden. Sie kennen seinen Komplex und wissen, daß ich das Zentrum -
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desselben bin, können ihm also ausweichen. Daß er im Grund ein harter Mensch ist, was zu erkennen ich viele Jahre gebraucht habe, wissen Sie jetzt von vorne herein. Seine Begabung ist exquisit exakt, von Psychologie hatte er die längste Zeit keine Ahnung, nahm zuerst alles von mir wörtlich an und wird jetzt natürlich alle Gegenteile entdeckt haben.
Ihre Zusendungen werden mit Spannung erwartet. Könnten Sie sich entschließen, den köstlichen Bericht über Ziehen für das Zentralblatt freizugeben? Auf Schonung hat Ziehen keinen Anspruch. Antworten Sie bitte auf einer Postkarte, aber ganz zwangsfrei.
Herzlichen Gruß an Sie Alle
Ihr Freud
Berggasse 19
Wien 1090
Austria
Rankestraße 24
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C14F25