• S.

    [Briefkopf Wien] 4. 3. 23

    Lieber Freund
    Ich schicke Ihnen hier dankend die Zeitungsausschnitte zurück. Einen Teil derselben hatte ich schon von anderer Seite bekommen. Hauptempfindung der Ärger, nicht dabei sein zu können und überhaupt zum Styx herabzusteigen, ohne den Nil befahren zu haben.
    Es ist wohl jetzt unzweifelhaft, daß man bald die Mumie des Königs und vielleicht auch seiner Gemahlin, einer Tochter unseres analytischen Pharao auffinden wird. Ein durch die hiesigen Schweizer verbreitetes Gerücht will wissen, daß Jungs Mrs. Mc- Cormick erklärt habe, sie wisse, sie sei diese Königin gewesen. Ich hoffe aber, daß Tutankhamon einen besseren Geschmack gehabt hat. Ein tolles Luder!

  • S.

    In Wien ist es ziemlich stille, da Berlin uns den Wind aus den Segeln genommen hat. Die Zeiten sind auch zu elend. Wie ein Lenzhauch kam unlängst ein reizender Brief von Romain Rolland, der nebenbei erzählt, er habe sich schon vor zwanzig Jahren für die Analyse interessiert.
    Ich hoffe, daß es Ihnen mit Frau und Kindern gut geht, und grüße Sie, auch Ophuijsens
    herzlich Ihr
    Freud