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           15. 5. 08
    PROF. DR. FREUD        WIEN, IX. BERGGASSE 19.

    Sehr geehrter Herr College
    Ich danke Ihnen und werde es nicht vergessen, daß Sie mir diesen Einfluß geschenkt haben. Ich hoffe, auch Sie werden damit zufrieden sein.
    Ihre Arbeit erwarte ich in veränderter Form und werde sie dem Verleger rechtzeitig vorlegen.
    Unser Jahrbuch ist unter günstigen Bedingungen gesichert, es soll in zwei Halbbänden erscheinen; zwischen Deuticke und Marhold schwebt noch die Entscheidung. Der erste Halbband soll eine referierende Übersicht der bisher veröffentlichten psychoanalytischen Arbeiten bringen. Jung will die Züricher Arbeiten übernehmen, Maeder die französiche, Jones die englische Literatur,

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    die bloß negativen feindseligen Leistungen sollen, glaube ich, einen besonderen Referenten bekommen. Für die Wiener Arbeiten, die meinigen eingeschlossen, und die Beiträge aus Deutschland hat Jung Sie vorgeschlagen, so daß ich die direkte Anfrage an Sie richten kann, ob Sie annehmen. Wenn Ihnen meine Arbeiten zuviel Mühe machen, so kann ich Sie durch Rank entlasten, der ja auf mich sehr eingeübt ist, allerdings vor der Matura steht. Referate wrden natürlich auch honoriert, 50 Mk. für den Bogen. Ich werde wohl in jedem Halbband eine Krankengeschichte bringen.
    Mit herzlichem Gruß und Dank,
           Ihr Freud