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S.
3. 12. 12
PROF. DR. FREUD WIEN, IX. BERGGASSE 19.Lieber Freund
Gern, gern will ich Ihnen die wärmste
Empfehlung an Kraus schreiben, sobald
Sie es wünschen. Ich fürchte nur, daß
nichts daraus wird, weil es zu schön wäre.
Ich kenne Kraus nicht persönlich, und bis
zur Übernahme der zwei Kapitel für
sein Buch habe ich keinerlei Beziehungen
zu ihm gehabt. Aber wir wollen es
versuchen, besonders wenn Sie versprechen,
im Falle des Gelingens mit Ihren Preisen
stark in die Höhe zu gehen.
Zur Vervollständigung Ihrer Information:
1) B‘s Kontraktbruch, wenn Sie es so
heißen wollen, besteht in dem Faktum,
daß er auf meine Anfrage, ob ich St.
entlassen darf, geantwortet, resp. sagen
ließ, es solle dieses Jahr alles so bleiben,
im nächsten werde er das Blatt ohnedies
nicht mehr halten. 2) Stekel hat in Wien
den Kongreßbericht von Riklin
herumgezeigt u ihn als Beweis für
den bevorstehenden Abfall der Z.
angepriesen. Ich meine, daß er darum
gerade den Zeitpunkt für seine Kraft- -
S.
probe wählte.
Ich werde mich sehr freuen, Sie noch vor
Weihnachten hier zu sehen. Sie müssen natür-
lich einen Sonntag einschließen.Herzlichen Gruß
Ihr FreudP.S. Ich habe kurz nach der Rückkehr
von München einen sehr liebenswürdigen
Brief von Jung erhalten, seither noch
keine Nachricht über den Ausgang
seiner Reise nach Wiesbaden.
Berggasse 19
Wien 1090
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