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S.
8. Okt. 13.
PROF. DR. FREUD WIEN, IX. BERGGASSE 19.Lieber Freund
Dank für Ihre Zeilen zur
Ankunft in Wien, die ich
infolge sofortiger Überhäufg
erst heute u infolge eines
rezenten Anlasses beant-
worte.
Ich bekam beiliegenden
Brief von der Ges. f. Sexual-
wissenschaft u frage bei Ihnen
an, ob ich beitreten soll.
Löwenfeld hat mir von der
Mollschen Gründung gesprochen
u mir seine Abneigung
mitzutun – diskret – bekannt
gegeben. Ich habe die von der
Mollschen Seite angelangte
Zuschrift ohne Reaktion er-
ledigt. -
S.
Ich habe von Rom das beste
Wohlbefinden u den Entwurf
zum Narzißmus mitgebracht.
Hier akquirierte ich sofort
einen Schnupfen wie alle
Wiener u habe den N. noch
nicht hervorholen können.
Im Hause alles wohl, erfreulich,
mein Sohn Ernst rüstet zur
Übersiedlung nach München.
Die Gruppe in London
soll gegründet sein, von
der Schweiz haben wir nichts
mehr gehört. Heute hatten
wir selbst die erste Sitzung,
in der ich über München
einen sehr aufrichtigen
Bericht erstattete.
Es ist 3/41 h nachts. Grund,
Ihnen u Ihrer lieben Frau
die schönsten Tage zu wünschen.
Ihr getreuer Freud
Berggasse 19
Wien 1090
Austria
Rankestraße 24
Berlin 10789
Germany
C14F26