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S.
25. 3. 14.
PROF. DR. FREUD WIEN, IX. BERGGASSE 19.Lieber Freund
Anbei der Brief von Jones. Es ist ganz
merkwürdig, daß jeder von uns der
Reihe nach vom Impuls totzuschlagen
ergriffen wird, so daß ihn die anderen
zurückhalten müssen. Ich ahne, daß Jones
selbst den nächsten Plan produzieren wird.
Doch zeigt sich hierbei sehr schön die Funktion
des Zusammenarbeitens im Komitee! Wir
sprechen noch über all dies. Die kritische
Nummer der Zeitschrift ist jetzt er-
schienen und wird uns vielleicht manche
Entschließung ersparen.
Sie schrieben nicht, wann Sie auf die wohl-
verdiente kleine Reise gehen. In Venedig
war ich zuletzt mehrmals in Britannia,
sehr gut, immer sehr voll. Lange vorher
bestellen! Auch Danieli soll gut sein.
Zu Ostern ist jetzt alles überfüllt.
Für Ihre Bemühung bei Reik, die also
Erfolg gehabt hat, herzlichen Dank.
Nun ist abzuwarten, ob er sich nicht
wieder zerstört, was er hat. Er
leidet unter dem Rückstoß der
heftigen Todeswünsche gegen einen -
S.
tyrannischen Schwiegervater in spe!
Ich habe seit der Beendigg des Narzißmus keine
guten Zeiten. Viel Kopfweh, Darmbeschwer-
den u bereits eine neue Arbeitsidee,
die den Sommer sehr erschwert, da sie das
Sitzen an einem ruhigen Ort, wo man
arbeiten kann, voraussetzt, und
Hotelaufenthalt ausschließt. Unser Sommer
ist überhaupt bis jetzt sphinxhaft.
Nach den Nachrichten aus Hamburg
geht es der Mutter ausgezeichnet,
dem kleinen Jungen noch recht „schäbig“,
wie wir sagen. Er hat Trinken und
Zunehmen noch nicht recht begriffen.
Heute ist er zwei Wochen alt.
Ich grüße Sie u Ihre liebe Frau herzlich
Ihr getreuer
Freud
Berggasse 19
Wien 1090
Austria
Rankestraße 24
Berlin 10789
Germany
C14F27