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S.
[Briefkopf Wien] 9. VI. 25.
Lieber Freund!
Vor allem drücke ich den Wunsch aus, daß Sie bei Erhalt dieses Briefes – eine Stunde nach Empfang des Ihrigen geschrieben – außer Bett und wieder stimmfähig sind. Von mir ist nichts Übles zu melden, ich schlage mich mit meinen kleinen Beschwerden herum, aber es geht im Ganzen besser. Am 27. d.M. schließe ich die Arbeit.
Das famose Projekt ist mir nicht behaglich. Ihr Argument, daß, wenn wir es nicht machen, es von anderer Seite geschehen wird, schien zuerst unüberwindlich. Dann aber meldete sich der Einwand, daß das, was die Leute bezahlen, offenbar die Autorisation ist. Die können sie doch nur von uns haben. Wollen sie etwas Wildes machen, weil wir uns weigern, so können wir sie nicht hindern und sind nicht beteiligt dabei. Wir können ja auch nie- manden hindern, einen solchen Film zu machen, ohne sich mit uns ins Einvernehmen zu setzen.
Nach der Überwindung dieses Arguments läßt sich die Sache wenigstens diskutieren. Mein Haupteinwand bleibt, daß ich es nicht für möglich halte, unsere Abstraktionen in irgendwie respektabler Weise plastisch darzustellen. Zu etwas Insipidem wollen wir ja unsere Zustimmung nicht geben. Mr. Goldwyn war wenigstens so klug, sich an die Seite unseres Gegenstandes zu halten, welche plastische Darstellung sehr wohl verträgt, nämlich an die Liebe. Das kleine Beispiel, das Sie erwähnen, die Darstellung der Verdrängung durch mein Gleichnis in Worcester, würde eher einen lächerlichen als einen lehrreichen Eindruck machen.
Ich bin natürlich ganz sicher, daß Sie selbst nie etwas billigen -
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würden, was solchen und ähnlichen Einwänden unterliegt. Da Sie nicht abgeneigt scheinen, sich auf die Sache einzulassen, schlage ich Ihnen folgenden Schritt vor. Erklären Sie der Unternehmung, daß ich an die Möglichkeit, etwas Gutes und Zweckentsprechendes herzustellen, nicht glaube und darum vorläufig meine Autorisation nicht geben kann. Wenn Ihnen und damit auch mir diese Möglichkeit durch das vorgelegte Programm erwiesen wird, dann, nachträglich also, bin ich zur Autorisation bereit. Ich leugne nicht, es wäre mir am liebsten, wenn mein Name überhaupt nichts damit zu tun hätte.
Wenn sich wider Erwarten alles doch befriedigend macht, so werden wir wegen der 10 %, wie man in Wien sagt, keinen Richter brauchen. Meinen Anteil will ich gerne dem Verlag zuwenden, wenn er irgendetwas ausgibt.
Die Zuschrift an die Unternehmung behalte ich zurück. Mit herzlichem Gruß in der Erwartung eines raschen Wunscherfolges
Ihr Freud
Berggasse 19
Wien 1090
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