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S.
[Briefkopf Wien] 14. 5. 20.
Lieber Freund
Muß ich mich also doch in die Rolle des gehätschelten Alten finden, dem jeder zum Geburtstag (6. d.M.) ein schönes Geschenk bringt? Eitingon die großartige amerikanische Stiftung für den Fond und Sie die wunderbare Kunde von der bevorstehenden Rezeption der Psychoanalyse an der Berliner Universität. Wäre doch das zweite Geschenk schon so gesichert wie das erste! Ich bin ungeduldig, auf die Anfragen des Ministeriums zu ant- worten. Können Sie die Geheimräte dort nicht drängen, mir doch endlich zu schreiben?
Von meiner Familie wissen Sie ja jetzt genug, einige -
S.
Mitglieder werden Sie früher sehen als ich. Daß Ihnen die neue Tochter gut gefällt, stimmt zu allem, was ich bisher über sie gehört habe. Zur Hochzeit komme ich selbst nicht, meine Tochter Anna reist am 17. d.M. von hier ab, um rechtzeitig einzutreffen.
Vom Sommer steht nur Gastein fest bis Mitte August, dann Lücke bis zum Kongreß, den wir uns diesmal behaglich einrichten wollen.
In Gastein möchte ich meinen Vorsatz über Massenpsychologie zu einem kleinen Buch ausarbeiten. Bei neunstündiger Analyse geht es nicht.
Mit herzlichen Grüßen für Sie und Ihre liebe Frau
Ihr Freud
Berggasse 19
Wien 1090
Austria
Schleinitzstraße 6
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