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S.
Klobenstein
11 Aug. 11Lieber Freund
Ich antworte umgehend, weil ich nicht
berechnen kann, wann der Brief in
Ihre Hände gelangt. Wir freuen uns
schon sehr auf Ihre Ankunft. Es ist
leider noch immer zu haus, hoffentlich
bringen Sie kühleres Wetter mit. Mit
Ihrem Bruder aus Berlin haben wir
uns spät, aber rasch befreundet;
Röschen ist ein reizendes Kind. Ihr Bruder
ist ein Optimist u behauptet, es wird das
richtige Wetter sein, wenn er nach
Berlin kom̄t. Er reist heute früh
von Oberbozen ab.Wenn Dr Spitz ernst zu nehmen ist,
bin ich bereit. Das ist aber Bedingung,
sonst wäre es zu unangenehm, einen
Arzt als Pat. zu nehmen. Da Sie ihn
warm empfehlen, scheint es ja in Ordnung
zu sein.Vergessen Sie nicht, uns Ihre Ankunft so
anzuzeigen, daß wir ein gutes Zimmer
für Sie besorgen können.Ich bin ganz Totem u Tabu.
Erholen Sie sich ordentlich
Herzlich Ihr
FreudMit Ihrem Bruder aus Berlin] Zsigmond Ferenczi
Röschen] Adoptivtochter von Zsigmond Ferenczi; später verheiratet mit Werner Richter.
René Arpád Spitz]
"René Arpad Spitz (* 29. Januar 1887 in Wien, Österreich-Ungarn; † 14. September 1974 in Denver, Colorado, USA) war ein österreichisch-amerikanischer Psychoanalytiker. Er gilt als Wegbereiter der Säuglingsforschung und Entwicklungspsychologie.
Spitz wurde als Kind ungarischer Eltern in Wien geboren und wuchs in Budapest auf. Seine jüdische Familie war wohlhabend. Nach dem Medizinstudium in Lausanne, Berlin und Budapest, wo er 1910 promovierte, ließ er sich bei Sándor Ferenczi zum Psychoanalytiker ausbilden. 1911 unterzog sich Spitz einer Lehranalyse bei Sigmund Freud. Im Ersten Weltkrieg diente er als Militärarzt. 1924 bezog er eine Praxis in Wien. Gleichzeitig praktizierte er ab 1930 auch in Berlin. Von 1924 bis 1928 war er Mitarbeiter bei der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung (WPV) und 1930 wurde er in Berlin Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG). Er gehörte in Wien zur Gruppe junger Psychoanalytiker um Anna Freudund nahm an ihrem „Kinderseminar“ (Seminar zur Kinderpsychoanalyse) teil.[1]
1932 zog Spitz nach Paris, wo er an der Eliteschule École normale supérieure Psychoanalyse und Entwicklungspsychologie lehrte. Er nahm auch an Kongressen der Pariser Psychoanalytischen Gesellschaft teil. 1935 erhielt er einen Forschungsauftrag unter Charlotte Bühler in der Kinderkrippe der Kinderübernahmestelle der Gemeinde Wien. Dies war der Beginn seiner Erforschung des Säuglingsalters.
Von Paris aus übersiedelte er 1938 nach New York, wo er 17 Jahre als Lehranalytiker am New York Psychoanalytic Institute arbeitete. 1956 wurde er Professor für Psychologie an der Graduate Faculty des City College of New York und 1967 Professor für Psychiatrie an der University of Colorado. 1958 lernte er Eric Berne kennen. Zu seinen Schülern zählte auch der psychoanalytisch und experimentell orientierte Säuglingsforscher und Entwicklungspsychologe Robert N. Emde." (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/René_A._Spitz [2025-11-24])
[1]Vgl. Claudine Geissmann; Pierre Geissmann: Histoire de la psychoanalyse de l'enfant : mouvements, idées, perspectives. 2. Auflage. Bayard, Paris 2004, S. 503ff.
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/René_A._Spitz [2025-11-24]) -
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