• S.

    [Briefkopf III Berlin] 9. VI. 12.

    Lieber Herr Professor,

    Von Ihren beiden Einwänden gegen meine Arbeit hatte ich schon durch Herrn Rank gehört und ihn sofort um Rücksendung des Manuskripts gebeten. Sobald ich es habe, werde ich es revi- dieren. Ich werde Echnaton lediglich in Vergleich mit dem Neurotiker stellen, so wie ich es bei Segantini durchgeführt habe. Die andre Frage untersuche ich noch an Hand meines Analysen-Materials. Es ist etwas Richtiges an meiner Behauptung, doch ist sie in der allgemeinen Form, wie ich sie aufgestellt hatte, nicht haltbar. Ich hoffe, es kommt dann doch etwas Brauchbares heraus. 

  • S.

    Für den Sonderabdruck besten Dank! Ich habe mich an jedem Wort des Aufsatzes erfreut. Die gleiche Nummer des Zentralblatts bringt zur Einweihung des Sprechsaals etwas von Marcinowski, worauf ich anstandshalber antworten muß. Wenn man ihn kennt, weiß man, was für Widerstände dahinter stecken. Diese spezielle Sorte von Größenkomplex ist schwer zu ertragen. Er möchte den obersten Zensor der Psychoanalyse spielen. Die Imago kommt wirklich zur rechten Zeit! Das Interesse in Deutschland nimmt – außer bei den Ärzten – rapide zu. Ich sehne mich den Ferien entgegen. Bei dieser Hitze sind zehn Stunden Analyse reichlich. Schade, daß unsre Sommerferien so entfernt voneinander sind! – Ich hoffe, in den Ferien die Vorarbeiten zu etwas Sprachwissenschaftlichem machen zu können. Für dieses Mal Ihnen und den Ihrigen herzliche Grüße, auch von meiner Frau. Ihr ergebener Abraham