• S.

    [Briefkopf III Berlin] 11. I. 11.

    Lieber Herr Professor,

    Segantini ist fertig und geht Ihnen zu, sobald er abgeschrieben ist. Für Ihren Brief haben Sie vielen Dank. Es freut mich, daß die Schriften zur angewandten Seelenkunde sich so rasch folgen. Ich muß heute gerade in Bezug auf diese etwas fragen. In unsrer letzten Ortsgruppensitzung hielt eine russische Ärztin, Frl. Dr. Rosenthal, die schon mehrfach unser Gast war, einen Vortrag: Psychoanalytische Bemerkungen zu Karin Michaelis, »Das gefährliche Alter«. Der Vortrag war – besonders für eine Anfängerin, die kurze Zeit in Zürich war und bei mir noch einiges erfahren hat – ganz ausgezeichnet und verdient unbedingt, veröffentlicht zu werden. Es fragt sich wo. Nach Berechnung der Verfasserin dürften 2-3 Druckbogen herauskommen. 

  • S.

    Da das Thema aktuell ist, so wäre baldiges Erscheinen wünschenswert. Ich hatte mir die Sache so gedacht: ich werde die Arbeit mit Frl. Dr. R. gründlich durchsehen, sie Ihnen dann einsenden und um Ihre Ansicht bitten, ob die Schrift für die Sammlung geeignet ist (und ob ihr Erscheinen nicht allzu lange auf sich warten lassen müßte). Andernfalls würde ich Sie bitten, das Manuskript an das Zentralblatt weiterzugeben. Sind Sie hiermit einverstanden? Mit unsrer Gruppe bin ich recht zufrieden. Im Februar spricht Stegmann – der jedes Mal von Dresden kommt – über Asthma. Die Hauptfrage, die uns hier interessiert, ist der nächste Kongreß. Er soll doch wieder um Ostern sein? Wissen Sie schon Bestimmtes darüber? Neulich besuchte mich ein Arzt aus Stockholm, der auf der Reise zu Ihnen war. Er war sehr gut orientiert. Mein Ehrgeiz Vorsitzender der Ortsgruppe geht dahin, sie baldigst bis nach Skandinavien auszudehnen.
    Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus,
    Ihr Abraham