• S.

    [Briefkopf III Berlin] 28. VIII. 11.

    Lieber Herr Professor,

    Haben Sie besten Dank für Ihre Zeilen aus Klobenstein! Nach einer sehr schönen Ferienzeit in Dänemark sind wir seit acht Tagen wieder hier; die Tätigkeit ist schon in vollem Gange, fast mehr, als man sich bei dieser Hitze wünscht. Ich sende Ihnen heute einen Prospekt unsres Weimarer Hauptquartiers; es scheint, daß wir dort gut aufgehoben sein werden. Wenn Sie bezüglich des Zimmers besondere Wünsche haben, so teilen Sie sie mir bitte mit. Ich freue mich sehr, daß Sie mir den Tag nach dem Kongreß reservieren wollen. Ich habe einen Vortrag über die psychosexuellen Grundlagen der Exaltations- und Depressionszustände angemeldet und glaube, einiges 

  • S.

    Neue, wenigstens nicht Veröffentlichtes, bringen zu können. – Mein Segantini hat einige Aufregung hervorgerufen. Servaes hatte sich schon brieflich abfällig geäußert, mir den Artikel, der nun in der Frankfurter Zeitung erschienen ist, angekündigt und ein Exemplar in Aussicht gestellt. Der Artikel erschien, das Exemplar aber nicht. In einer andern Zeitung hat ein hiesiger Kollege sich unter Anrufung aller neurologischen Heiligen heftig entrüstet. Und in der Jugend gab’s ein Gedicht »Wissenschaft und Stumpfsinn«. Sonst wurde die sommerliche Ruhe nur durch sieben neue Arbeiten von Jones unterbrochen. Ich will die Ihrige nicht weiter stören. Die freundlichen Grüße der Ihrigen und Herrn Kollegen Ferenczis erwidern meine Frau und ich herzlichst. Ihr
    Karl Abraham