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S.
[Briefkopf III Berlin] 5. 11. 12.
Lieber Herr Professor,
Es schmerzt mich tief, daß Sie abermals unter der Rücksichtslosigkeit eines derer zu leiden haben, die Ihnen alles verdanken. Was ich mir heute nach Eintreffen Ihres Schreibens überlegt habe, ist folgendes. Übernimmt Ferenczi die Redaktion, so kann ich vielleicht in andrer Weise behilflich sein. Lehnt er ab, dann stehe ich zur Verfügung. Sollte die Frage definitiv an mich herantreten, so wäre es mir am sympathischsten, mit Ferenczi gemeinsam zu arbeiten – wenn das technisch möglich ist. Meine sonstige Arbeit soll in diesem Fall kein Grund zur Ablehnung sein; ich habe übrigens bereits mit Eitingon gesprochen, und er hat sich zu jeder Hilfeleistung bereit erklärt. – Vorläufig ist mir unklar, was aus dem Zentralblatt werden soll, und ob die neue Zeitschrift offizielles Organ wird. Ich erfahre das wohl aus dem Zirkular. Es ist so schwierig, alles das schriftlich zu erörtern. Wenn Sie, lieber Herr Professor, eine mündliche Verhandlung wünschen, so würde ich es an einem Sonntag (etwa am 24. November) be- werkstelligen. Die Reise nach
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S.
Wien ist freilich zeitraubend, und ich kann schlecht auf mehrere Tage aus der Praxis. Vielleicht aber könnten wir uns auf halbem Wege (Prag oder Breslau) treffen. Man kann am Sonnabend nachmittag reisen, den ganzen Sonntag benutzen und in der Nacht zum Montag heimfahren. Das ist für heute alles. Ich bin in Eile und gehe daher auf Ihren Brief vom 21. Oktober, für den ich Ihnen vielmals danke, heute nicht mehr ein. Mit herzlichen Grüßen Ihr Abraham
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