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    [Briefkopf II Berlin] 6. VI. 10.

    Lieber Herr Professor,

    Eine neue Arbeit von Ihnen erregt jedes Mal eine etwas ängstliche Spannung: ob sie wieder eine Steigerung gegenüber den früheren bedeuten wird. Die Spannung ist nun gelöst. Diese Ana- lyse ist so fein und so formvollendet, daß ich ihr nichts an die Seite zu stellen weiß. Meinen Dank für die Übersendung des Buches kann ich Ihnen am besten durch rasche Förderung meines Segantini ausdrücken. Aber das Material überwältigt mich durch seine Vielseitigkeit, und so komme 

  • S.

    ich nur langsam vorwärts. Die Praxis ist sehr im Aufschwung. Ein Herr Dr. Sachs ist auf Ihre Empfehlung zu mir gekommen. Seine Schwiegermutter, Frau Henschel, hatte mit Ihnen korrespondiert. Haben Sie auch hierfür meinen besten Dank! Unsre Ortsgruppe macht sich gut. Zu der Sitzung am 8. kommt Stegmann aus Dresden; voriges Mal war Warda hier. Das zeigt doch ein erfreuliches Interesse. – Vom Hamburger Ketzergericht haben Sie wohl gelesen; fast wie die neue Enzyklika. Man sieht aber daraus, daß die Psychoanalyse in der Luft liegt; am meisten muß Deuticke es merken, wenigstens sagen das die hiesigen Buchhändler. Mit herzlichem Dank und Gruß
    ​Ihr Abraham